
Blanche Biau
Darkwave aus Zürich, performt von einer maroden Gestalt im Sinkflug über der desolaten Landschaft Zentraleuropas. Engel singen in den Wolken, fallen schon bald wie Tropfen zu Boden. Blanche Biau sammelt die Ergüsse eines trüben Himmels und kondensiert sie zu unwirklichen Synth-Offenbarungen wie das Debütalbum „Maraudé“ (2021), das sich ohne großes PR-Trara in wenigen Jahren zu einem versteckten Kleinod des Wave-Sammelsuriums gemausert hat – nicht nur in der Schweiz, sondern europaweit. Vocals wie sehnsüchtige Nachrufe am Ende eines langen Flurs, elektronische Orgeln und scharfzüngige Drum Computer in den Parallelgängen, Melodien mit spirituellen Qualitäten verschwimmen hier zu einem Soundtrack für dunkle Zeiten. Allerdings wirkt die Musik von Blanche Biau nicht wie ein Verstärker des Tragischen, sondern mehr wie Balsam für geschundene Seelen. Genug von denen gibt es ja überall. Dass sich die DIY-Künstlerin dieses Umstandes gewahr ist, beweist sie letztes Jahr mit dem zweiten Album „Heartcore“ (2025) ebenso wie ihre Fähigkeit, verträumte und doch minimalistische Produktionen in immer wieder neuen Graustufen zu arrangieren.

