Portrait Grim104
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Grim104

Concert
TimeTBA
LocationTBA
Concert
Hip-Hop/Rap
DE

Das Grauen ist eine Fratze hinter dem Firnis des Geldes: Moritz Wilken hat sie gesehen und entschieden den Exit zu suchen. Im Sound des Rappers trifft die Tristesse des Status Quo auf muskulöse Beats und das Sound-Repertoire eines Typen, der überall seine Antennen hat. Kein Eskapismus also, nur die Realität. Ob apokalyptisch und perspektivlos wie auf der Debüt-EP „grim104“ (2013) oder tanzbar und aggressiv wie auf dem polarisierenden „Ende der Nacht“ (2023) – als Grim104 reflektiert der Rapper tausend Facetten der Gegenwart und gießt sie in Banger zwischen Conscious Rap und Trap, Hardcore-Bars und EDM. Die delivery mal verzweifelt und unsicher, im nächsten Moment aber direkt ins Maul und ausgestattet mit dem gebührenden Abfuck über den Zustand der Welt. Unvorhersehbar auch die Beats, die sich bei allem bedienen, was mit einer Akai MPC, Sampler und offenem Geist fusionieren lässt – da scheppert auch schon mal ein Drum & Bass-Rhythmus über sepiafarbenen Lines, in denen Erinnerungen an eine andere Zeit aufschimmern. Doch auch wenn Grim die desaströsen Konditionen des neoliberalen Spätkapitalismus mit seinem neuen Album „No Country For Old Grim“ (2026) schonungslos zwischen Brennpunkt-Realität und Endzeitlyrik erfasst, vermittelt sein Sound die Notwendigkeit zum Weitermachen authentischer, ehrlicher, durchschlagender als blutleere Durchhalteparolen der Besserbetuchten. Grim ist der Mittelfinger fürs System, aber eine Umarmung für die Musik, die Menschen, das Miteinander. 

Image: Lennart Brede
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