
Hetta
Im strukturierten Chaos finden Hetta Momente der Katharsis, die sie unmittelbar auf ihr Publikum übertragen. Das portugiesische Quartett zockt erbarmungslos dissonanten Mathcore, der stilistisch in den Spannungsfeldern von Sass, Screamo und Noise Rock wildert, um blutverschmiert Beute zu machen. Dabei klingt die Band extrem tight eingespielt und demonstriert schon auf der Debüt-EP „Headlights“ (2022) enorme Fähigkeiten, sie setzen auf Energie, Intensität und starke Dynamik. Mit diesem übermächtigen Sound schlagen sie nicht nur in Portugal ein, sondern sorgen weltweit bei allen Freundinnen und Freunden von Fugazi, The Blood Brothers oder Orchid für fallende Kinnladen. Ende letzten Jahres erscheint dann mit „Acetate“ (2025) endlich das lang erwartete Debütalbum - ein krachendes Manifest für leidenschaftliche Musik, die nicht von abgehobenen Stars, sondern hart arbeitenden Menschen mit einem Job und einem Leben, mit Ängsten und Hoffnungen kreiert wurde. Es ist nicht nur ein Mittelfinger an den Plattform-Kapitalismus samt seiner blutleeren Hypes und verkrusteten Verwertungszwänge. Viel mehr entwerfen Hetta die ultimativ menschliche Performance eines kontrollierten Kontrollverlustes, in dem Zorn als Motor und Widerstand als Lebendigkeit begriffen wird.

