
Jovan
Von Darmstadt raus in die Welt, aber im medialen Machermodus: Jovan fängt mit 14 an zu rappen und bringt das ganze über Youtube einem zunächst kleinen Publikum nahe. Es geht um Bauchtaschen, den täglichen Hustle und seine Heimatstadt. Die Beats liegen im Klappstuhl, atmen den süßen Duft der Westcoast und auch ein wenig den hazy Vibe der 90er. Sein Skill-Level hat er mit Tracks wie „Stupid“ oder „Chop Chop“ (2024) nach oben korrigiert – der Flow sitzt, die Bars werden mit cleveren Gegenwartsbeobachtungen aber auch mit politischen Statements gefüllt. Der Shit Talk deutscher Möchtegern-Gangsterrapper ist nicht mehr wirklich Seins, stattdessen kommen die Erzählungen ohne Grills direkt aus dem Viertel, dem Leben und werden manchmal aggressiv, dann wieder zurückgelehnt unter die Beatproduktion gemixt. Die Viralität ist nett, steht aber nicht im Fokus. Stattdessen emanzipiert sich Jovan mit dem Debütalbum „STEP“ (2026) dieses Jahr endgültig vom Beginnerstatus und zeigt unaufgeregt, wo die Zukunft für Deutschrap gerade geboren wird.

