Jule X
Unbeeindruckt von Industrie-Hypes, die so landauf landab durch den Mainstream gespült werden, hat Luc Julian Peyer aka Jule X die Schweizer Rapszene über die letzten Jahre das Fürchten gelehrt. Andere biedern sich an, er setzt stattdessen auf maximale Abschreckung gegen den spießbürgerlichen Muff. Mit Kiosk-Sakko und Voku sägt der Berner Brudi ein Brett nach dem anderen zurecht – und das schon seit Beginn des Jahrzehnts in ziemlich konsistenter Qualität. Ohne Anleitung, ohne Meister, aber mit ausgeprägtem „Antistyle“ (2025). So auch der Name seiner letztes Jahr veröffentlichten dritten EP, die sich mit Tracks wie dem Yeah Yeah Yeahs-Cover „Julä Bitte“ in eine lange Reihe muskulöser Clubklopper Schweizer Prägung einreiht. Ruhm und Hate waren und sind ihm da sicher – beides nimmt der zuvor als Pseudonym Prada bekannte Rapper aber mit einem süffisanten Lächeln. Warum auch nicht? Mit den Kollegen Astro Burger und ANRU schraubt er weiterhin an kirren Nummern zwischen Atzenpop, Berner Dialekt-Rap und dreckig produzierten Bierbong-Scores wie „Zistig“ (2023) oder „Pakistan“ (2024). Die neue EP „DiscoTrapper“ (2026) demonstriert dabei mit Schmackes, dass er trotz aller bereits errungenen Erfolge noch lange nicht satt ist. Wer mitessen will, kommt im September zum Buffet in St. Pauli.

