
Lauren Auder
Mit Geschichten aus dem eigenen Leben kann Lauren Auder schon im Alter von 24 Jahren ganze Alben füllen – und tut das auch. Die Singer-Songwriterin aus London beweist in den 2010ern mit EPs wie „Who Carry's You“ oder „Two Caves In“ einen ausgezeichneten Sinn für kompositorische Dramatik und die richtigen Klangfarben im richtigen Moment. Zwischen introspektivem Art Pop und kammerorchestralen Einflüsse, melancholischen Ambient-Flächen und barocker Instrumentierung entwickelt das offenherzige Multitalent einen signature sound, der cineastisch und zugleich intim wie ein Liebesbrief klingt. Entsprechend groß sind dann auch die Erwartungen an ihr Debütalbum „The Infinite Spine“ (2023) gewesen, das im UK gerade wegen einer kompromisslosen Freude am Experiment und der thematischen Tragweite ausnahmslos Lobeshymnen einheimst – von Pitchfork über Clash bis NME. Selten ist sich die britische Musikpresse so einig. Aber auf den Lorbeeren ausruhen und es sich gemütlich machen? Das kommt für Lauren nicht in Frage. Nach drei Jahren intensiven Songwritings und sozialpolitischer Verwerfungen im kleinen Britannien zeigt sich die Poetin mit „Whole World As Vigil“ (2026) abenteuerlustiger und selbstbewusster denn je, lässt neue Dissonanzen, eklektischen Twists und Turns, aber natürlich auch ihr wunderbar sonores Organ wieder in den Vordergrund treten. Der nächste Triumph für ein Ausnahmetalent, das nun endlich auch den Weg zu uns nach Hamburg findet.

