
Loma Reqs
So tanzet! sprach eine Stimme. Und als die Sonne unterging, tanzten sie bis in die Morgenstunden. Loma Reqs wagen mit ihrer Kollision von kurdischer Poesie und Acid Trance, Reggaeton und flirrenden Synth-Loops eine ultimativ physische, ja schweißtreibende Fusion verschiedener Musiktraditionen, die voll aufgeht. Das Duo, bestehend aus der kurdischen Singer-Songwriterin Hêja Netirk und dem kolumbianischen Komponisten und Producer Rico Danta, kann bereits auf dem Debütalbum einen ebenso traditionsbewussten wie modernen Sound definieren, für den es kaum Begriffe gibt. Deshalb nennen Loma Reqs die Musik auf „Qemirî“ (2026) auch nur: Kurdish Acid. Passt einwandfrei. Körperliche Beats pulsieren hier unter genussvoll verzerrten Saz-Soli während die Vocals mit Überschwang einer rituellen Feststimmung hinterherjagen. Nicht zuletzt deshalb haben Tracks wie „Çiyayê Bagokê“ oder „Nêrgis“ bei aller Tanzbarkeit eine mindestens ebenso ausgeprägte mystische Atmosphäre, die von leidenschaftlichen Texten gegen Patriarchat und Frauenfeindlichkeit, gegen Ausgrenzung und Unterdrückung umrahmt wird. Ihre diesjährige Premiere bei uns ist hoffentlich nur ein weiterer Meilenstein auf der Mission von Loma Reqs.
