
Moses Yoofee Trio
Ist sie das? Die Jungzellenkur zeitgenössischer Jazz-Fusionen? Wer das für zu hochgegriffen hält, muss Moses Yoofee, Roman Klobe und Noah Fürbringer wohl einfach mal unvermittelt auf der Bühne erleben. Das Trio bringt eine eklektische Dynamik ins Spiel, die vor allem innerhalb der hiesigen Szene nicht gerade an jeder Straßenecke zu finden ist. Wild flottierende Soli, krosse drum fills, fast schon maschinell präzise ausgeführt, Reminiszenzen an den britischen Acid Jazz der frühen 90er und ungemein furchtlose Arrangements machen das Amalgam dieses Trios zu einem Genuss für Frischlinge wie Feinschmecker*innen unkonventioneller Hörerlebnisse. Obwohl schon seit 2020 aktiv und 2024 mit dem German Jazz Award für eine ganze Reihe formidabler Live-Konzerte ausgezeichnet, taucht das Moses Yoofee Trio erst im vergangenen Jahr mit dem Debütalbum „MYT“ (2025) via Nils Frahms Label LEITER auf dem Radar hiesiger Jazz-Enthusiast*innen auf. Gut Ding will Weile haben – und dann im Moment verweilen. Nicht zuletzt aus dem Grund kokettieren die dreizehn Stilminiaturen dieses Albums zum genau richtigen Zeitpunkt die Trends einer Gegenwart zwischen KI-Slop und Streaming-Logik. Stattdessen: Handgemachtes von Handwerkern im Rausch eines magischen Zusammenspiels, das mit den eigenen Ohren gehört, gesehen, gefühlt werden will.
