Sessions Transkripte
Du konntest nicht an der Reeperbahn Festival Konferenz teilnehmen, hast ein spannendes Panel verpasst oder möchtest die Zusammenfassungen deiner Lieblingssession noch einmal nachlesen? Kein Problem – mit unserem Partner Jamie AI haben wir die Top 10 meistbesuchtesten Sessions für euch live transkribieren lassen. Die Zusammenfassungen findest du hier. Bitte beachte, dass die Transkripte inhaltliche Fehler aufweisen können.
Unsere Top 10 Sessions:
Darum ging’s
- Studie kartografiert 1.764 Musikfestivals in Deutschland mit 638 Antworten (36,2 % Rücklauf), repräsentativ für Gesamtbranche; zeigt Gesamtvolumen von 551 Mio. € Einnahmen und 522 Mio. € Ausgaben, davon 40 % Nachwuchsanteil bei 51.000 Acts pro Jahr.
- 71 % Popularmusikfestivals, 24 % Klassik; Klassik-Festivals erhalten 61 % Einnahmen aus öffentlicher Förderung (Popularmusik nur 20 %), aber Ausgaben für Künstler:innen höher (48 % vs. 34 %); 79 % aller Festivals stark abhängig von Ehrenamt.
- Finanzielle Lage angespannt: nur 15 % mit Gewinn, 30 % mit Verlust, 9 % befürchten Festival-Aus (1 % bereits beschlossen); Hauptgrund ist Wegfall von Förderung, trotzdem sind 68 % zuversichtlich für kommende Jahre.
- 60 % der Festivals in Gemeinden bis 100.000 Einwohner, durchschnittlich 66 % Auslastung; Festivals schaffen sozialen Raum und haben demokratiefördernden Impact (Beispiel Schleswig-Holstein: „AfD nicht im Landtag, woran Festival Anteil hat").
- 85 % ergreifen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, aber 99,9 % des ökologischen Problems ist Publikumsmobilität; neue Netzwerk-Tools (CoProc Music) sollen Touren bündeln; Warnung vor politischen Verschiebungen, die Förderkürzungen bringen könnten.
Zusammenfassung der Session
Festivalstudie: Überblick und Methodik
Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und Deutschem Musikinformationszentrum, wissenschaftlich begleitet vom Allensbach Institut und finanziert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
- Mixed-Methods-Ansatz über drei Jahre
- Qualitative Phase: drei Roundtables und fünfzehn Tiefeninterviews mit Expertinnen
- Quantitative Phase: Onlineumfrage mit zweiundsechzig Fragen nach Pre-Test
- 1.764 Musikfestivals in Deutschland identifiziert (exklusive reine Amateurmusikfestivals, Konzentreihen und Wettbewerbe)
- 638 vollständig ausgefüllte Fragebögen bei Vollerhebung entsprechen 36,2 Prozent Rücklaufquote
- Stichprobe repräsentativ für gesamte Festivalbranche
- Erste 120 von 600 Seiten Gesamtdaten für Präsentation aufbereitet
- Weitere Genre-Cluster-Analysen und Vergleiche kommerzieller versus nichtkommerzieller Festivals in Planung
Festivallandschaft: Struktur und Verteilung
Die Mehrheit sind Kleinst- und Kleinformate mit durchschnittlich 66 Prozent Auslastung
- Größenverteilung
- 28 Prozent unter 900 Besucher
- 43 Prozent bis 5.000 Besuche
- 10 Prozent über 15.000 Besucher (bis in Hunderttausende)
- 84 Prozent kostenpflichtig, 16 Prozent eintrittsfrei
- Geografische Verteilung
- 62 Prozent in städtischem Raum, 35 Prozent im ländlichen Raum
- 60 Prozent in Gemeinden bis 100.000 Einwohner
Künstlerisches Programm
Die Mehrheit sind reine Musikfestivals, eine Minderheit integriert weitere Sparten wie Literatur, Tanz oder Performance.
- Genreverteilung
- Elektronische Musik bei 42 Prozent am häufigsten vertreten
- Ein Drittel oder mehr bieten Rock, Indie, Singer Songwriter oder Jazz
- Durchschnittlich 4,9 verschiedene Genres pro Festival aus 26 Optionen
- 24 Prozent Klassik-Festivals, 71 Prozent Popularmusik, 12 Prozent elektronische Musik als Hauptgenre
- Genrefokus und Vielfalt
- Jedes fünfte Klassik- und sechste Popularmusikfestival fokussiert auf ein Genre
- 67 Prozent der Klassikfestivals integrieren weitere Klassik-Subgenres, 84 Prozent der Popularmusikfestivals mehrere Genres
- Über die Hälfte der Klassikfestivals integriert Popularmusik, besonders Jazz und elektronische Musik
- 8 Prozent der Popularmusikfestivals binden klassische Genres ein
- Programmdichte
- Klassikfestivals: durchschnittlich 13 Tage mit 26 Konzerten
- Popularmusikfestivals: durchschnittlich 3 Tage mit 31 Acts
- Gesamt durchschnittlich 30 Konzerte oder Acts pro Festival
Nachwuchsförderung und Gagen
Hochgerechnet werden jährlich rund 51.000 Konzerte oder Acts auf Festivals geboten.
- Nachwuchsanteil
- 40 Prozent aller Darbietungen von Newcomerinnen und Nachwuchsensembles
- Bei Klassikfestivals etwa jedes vierte Konzert, bei Popularmusikfestivals 45 Prozent
- Kommerziell ausgerichtete Festivals haben durchschnittlich 44 Konzerte mit 47 Prozent Nachwuchsanteil
- Gage-Struktur
- Newcomerinnen: durchschnittlich 522 Euro
- Etablierte Musikerinnen: circa 2.300 Euro (das Viereinhalbfache)
- Headliner oder Starsolistinnen: durchschnittlich 7.323 Euro (das Vierzehnfache)
- Klassikfestivals: geringere Spannweite mit überdurchschnittlichen Nachwuchs-Gagen, aber unterdurchschnittlichen Star-Gagen
- Popularmusikfestivals: knapp 400 Euro für Newcomerinnen, rund 7.850 Euro für Headliner
- 58 Prozent zahlen Newcomerinnen unter 250 Euro
Wirtschaftliche Struktur
Gagen und Honorare stehen bei den Ausgaben an erster Stelle, gefolgt von Infrastruktur, Technik und Gastronomie.
- Ausgabenstruktur
- Klassikfestivals: 48 Prozent für Künstlerinnen und Künstler
- Popularmusikfestivals: 34 Prozent für Künstlerinnen, höhere Infrastruktur-, Technik- und Gastronomiekosten
- Personalkosten für Festangestellte höher bei Klassikfestivals
- Einnahmenstruktur Klassikfestivals
- 30 Prozent Ticketverkauf, 40 Prozent öffentliche Förderung, 15 Prozent weitere Förderungen, 9 Prozent Sponsoring
- Einnahmenstruktur Popularmusikfestivals
- 39 Prozent Ticketverkauf, 21 Prozent Getränke und Speisen, 20 Prozent öffentliche Förderung (halb so viel wie Klassikfestivals)
- Gesamtvolumen
- Einnahmen: 551 Millionen Euro
- Ausgaben: circa 522 Millionen Euro
- Finanzielle Lage
- 15 Prozent mit Gewinn, 30 Prozent mit Verlust, 45 Prozent ausgeglichen
- 9 Prozent befürchten, dass Festival keine Zukunft hat, bei 1 Prozent stand Aus bereits fest
- Hauptgrund für Festival-Aus: finanzielle Aspekte, insbesondere Wegfall von Förderung
- Trotzdem 68 Prozent zuversichtlich für nächste Jahre
Personal und Ehrenamt
Ein Musikfestival hat durchschnittlich 19,3 ganzjährig Angestellte und 55,5 saisonale Kräfte.
- Ehrenamtliches Engagement
- Durchschnittlich circa 15 Personen ganzjährig ehrenamtlich, saisonal 40 Personen
- 79 Prozent aller Musikfestivals messen Ehrenamt wesentliche Rolle in Organisation, Planung oder Durchführung bei
- Am stärksten bei Non-Profit-Festivals, Kleinstfestivals unter 900 Besuchen und Festivals in Landgemeinden
- Führungsteams
- Durchschnittlich 6,6 Personen
- Männer in Mehrheit bei Vorstand, Geschäftsführung, Intendanz, Booking und Verwaltung
- Frauenanteil gesamt 34 Prozent (in Klassik 37 Prozent, in Popularmusik leicht darunter)
Diversität
Etwa die Hälfte der Musikfestivals weisen Diversität der Künstlerinnen großen bis sehr großen Stellenwert in der Programmplanung zu.
- Genre-Unterschiede
- 21 Prozent der Klassikfestivals legen großen Stellenwert auf Diversität
- 59 Prozent der Popularmusikfestivals
- Prioritäten
- Geschlechtergerechtigkeit auf der Bühne wird am meisten genannt
- Mehrheit wichtig: nur Musikerinnen ohne diskriminierende Texte
- Etwa die Hälfte: LGBTQIA+-Künstlerinnen
- 39 Prozent: Musikerinnen aus verschiedenen Weltregionen
- 33 Prozent: Menschen mit Rassismus- oder Antisemitismus-Erfahrung
- 21 Prozent: Menschen mit Behinderung
Fallbeispiele und Diskussion Schleswig-Holstein Musikfestival – Lokal- und Regionalkultur
Sven Jenkel beschrieb, wie über 40 Jahre Konzerte in Dörfern veranstaltet werden.
- Beiratsstruktur und lokale Verankerung
- Ehrenamtliche Beiratsstruktur mit Menschen vor Ort als Multiplikatorinnen
- Mit 120 Spielorten entscheidend für lokale Akzeptanz
- Zwei Drittel der 200.000 erreichten Menschen pro Jahr wohnen in Schleswig-Holstein oder Umgebung
- Demokratische Praxis
- Von großer Mitgestaltungskraft geprägt, auch in Programmauswahl
- Menschen sagen "es ist unser Festival" und kommen wegen Festival-Identität
- Menschen treffen sich nach Konzerten, die es bei reiner Politikdiskussion nicht täten
- AfD nicht im Landtag Schleswig-Holstein, woran Festival einen Anteil haben soll
- Nachhaltigkeit
- Drei zertifizierte Nachhaltigkeitsmanager im Team
- 99,9 Prozent der Probleme sind Publikumsmobilität mit sehr begrenzten Stellschrauben
- Ansatz: Prototypen für Angebote schaffen, auf Augenhöhe kommunizieren statt belehrend
- Gastronomie: regional, saisonal, vegetarisch ohne große Ankündigung
- Dezentrale Anreisen: Gespräche mit Nahverkehr, Verbesserung von Strukturen bei größeren Spielorten
- Finanzierung
- 16 Millionen Euro Budget, 1 Million vom Land sind 8 Prozent
- 60 bis 65 Prozent aus Ticketverkäufen, Rest aus Sponsoring und Fundraising
- Als Bürgerinitiative konzipiert, gemeinnützige Stiftung mit Fokus auf Social Impact
Fuchsbau Festival – Ehrenamtliche Organisation und Transition
Julia Gause beschrieb Transition vom ländlichen Raum (Titanien, Ziegeleigelände vor Hannover 2015-2024) zur Ansiedlung in Hannover-Nähe.
- Organisation
- Komplett ehrenamtlich, minimal Honorarkräfte vor Ort
- Ganzjährig als Verein strukturiert, circa 20 Personen im Kernteam
- Zusammenarbeit mit Lokalgemeinschaften
- In Titanien ständig im Austausch mit lokalpolitisch engagierten Menschen
- Team teils in Berlin, teils in Hamburg wohnend, brachten "fancy Kunstprogramm"
- Gelernt: Handwerkliches, niedrigschwelligere Kommunikation
- Statt Fachbegriffe wie FLINTA über Gleichberechtigung und Sichtbarmachung sprechen
- Klimawandel
- Seit Corona kein Regenfestival, letztes Jahr zweimal Starkregen in Aufbauwoche
- Von anderen Festivals (Skandalös, Sonntag Festival) mitbekommen, wie gravierend Regen sein kann
- Finanzielle, personelle und Aufräum-Mehraufwände enorm
- Nachhaltigkeit
- Erste Mal rein vegetarisches Catering: Viele merkten es nicht, einige probierten erste Mal Falafel
- Impact im Kleinen auf Leute bei Anreise und Lebensmittelkonsum
Jazz Ahead Festival – Internationales Showcase-Modell
Götz Bühler beschrieb Jazz Ahead als Hybrid aus Messe und Festival an der Messe Bremen.
- Struktur
- Seit 20 Jahren international größte Veranstaltung dieser Art im Jazzbereich
- Club Night am Freitag, 38 Showcase-Konzerte an drei Tagen
- Bis zu 700 Bewerbungen von Bands aus 61 Ländern
- International besetzte Jurys, Götz Bühler als künstlerischer Berater in allen Jurys
- Fokus und Partner-Land-Modell
- Seit zwei Jahren Fokus auf Jazz aus Afrika: immer drei Bands vom Kontinent, die dort leben
- Immer ein Partnerland (Beispiel Niederlande) mit Musikerinnen aus aller Welt mit Hauptwohnsitz dort
- Demokratische Funktion
- Auf Bühne und im Programm gelebte Demokratie, wie Musikerinnen miteinander auskommen
- Großartige Musik und leben vor, wie es sein sollte
- Nachhaltigkeit im Touring
- Problem: Bands nur für ein kurzes Konzert anreisten
- Lösung: Alle Festivals und Clubs im Netzwerk vor- und nachher buchen
- Tool CoProc Music aus Frankreich angepasst für Kommunikation und Booking
- Künstlerinnen können sich eintragen, alle im Netzwerk können Touren bauen
- Erste Präsentation gestern, Netzwerk wächst
- Philosophie
- Ökosystem: Festivallandschaft mit vielen unterschiedlichen Festivals
- Alle profitieren voneinander, wenn ein kleines weggeht, hat großes Problem
Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Genre-Analysen (Mentimeter)
- Nachhaltigkeitsmaßnahmen nach Häufigkeit
- 70 Prozent Materialienabfall, gefolgt von Catering/Gastronomie, Besuchermobilität
- 39 Prozent Energieverbrauch, Mobilität von Musikerinnen und Crew
- 25 Prozent Sanitär/Wasser, 22 Prozent Kommunikation/Bildung, 4 Prozent Klimafolgenanpassung
- Insgesamt 85 Prozent ergreifen mindestens eine Maßnahme
- Genre-spezifische Erkenntnisse
- Getränke- und Speiseverkauf bei Rock mit 31 Prozent höchster Anteil aller Subgenres
- Neue Musik/zeitgenössische klassische Musik: 61 Prozent öffentliche Förderung, 22 Prozent weitere Förderungen, 8 Prozent Tickets, 1 Prozent Getränke/Speisen
- Elektronische Musik: 78 Prozent Einnahmen über Tickets und Getränke/Speisen mit sehr hohem Getränkeanteil
Förderstrukturen und politische Bedeutung
Lisa Andersson von der Initiative Musik erläuterte Förderansätze.
- Festival-Förderfonds
- Nachhaltigkeit einer von zehn Schwerpunkten
- Festivals wählen Schwerpunkt selbst für Weiterentwicklung
- Können Projekte wie Weiterbildungsmaßnahmen oder Personalausbildung fördern
- Bedeutung der Studie
- Bestätigung bisheriger Förderansätze
- Unterstellung bestätigt: Festivals bringen nicht nur Kultur in ländliche Regionen, sondern Menschen zusammen
- Haben demokratiefördernd, gesellschaftlich-sozial stärkenden Impact
- Zukunftssorgen
- Julia Gause warnte: Verschiebung in politischer Landschaft könnte weniger Fördergelder bedeuten
- Im schlechtesten Fall könnte diese Veranstaltung in fünf Jahren nicht mehr existieren
- Festivals sind Orte für Demokratie, Zusammensein und Austausch und brauchen mehr Förderung in der Breite
- Erkenntnisse für zukünftige Arbeit
- Nicht nur über Unterschiede zwischen Genres reden, sondern auch Gemeinsamkeiten
- Studie zeigt: Antreibende aller Veranstaltenden ist gleich (Kunst und Kultur gestalten, Menschen zusammenbringen, sozialen Raum schaffen)
- Aufgabe für Fördereinrichtungen: Diese Räume schützen und unterstützen
- Positive Perspektive
- Kurt Bühler betonte: Überhaupt Förderung in Deutschland ist großartig
- Viele Länder haben zero Förderung (South by Southwest, Reeperbahn Festival bauen auf dieser Gedankenform auf)
- Deutschland in komfortabler Position
Darum ging's
- Live Music Solidarity Fund startet am 1. Jan 2026 mit freiwilligen 1‑€-Ticketspenden, Mikrogebühren der Ticketing-Unternehmen und Beiträgen von Spielstätten zur Unterstützung notleidender Clubs, Festivals und aufstrebender Künstler:innen — 50 Gründungspartner sind an Bord, große Ticketing-Firmen (CTS Eventim, Ticketmaster) fehlen auffällig.
- Deutsche Live-Spielstätten in Existenzkrise: Berliner Clubs melden 46% wirtschaftliche Schwierigkeiten, beinahe die Hälfte erwägt Schließung; Venue-Margen von <1% auf null gedrückt, während CTS Eventim €166,8 Mio. Gewinn (H1 2025, >40% Marge) ausweist und Ticketing-Gebühren bei ~€7 pro €60‑Ticket bleiben.
- Überparteilicher politischer Konsens (SPD, Die Linke, CDU) unterstützt den freiwilligen Fonds als ersten Schritt, droht jedoch mit Gesetzgebung (obligatorischer €1‑Aufschlag auf Tickets >€50), falls Branchenbeteiligung ausbleibt — nach französischem Vorbild mit 1,2% Streaming‑USt + Ticketabgaben, die jährlich zweistellige Millionenbeträge generieren.
- „Death Zone“ für Mid‑Tier‑Acts blockiert Karrieren: Künstler:innen mit Goldstatus in 4.000–7.000er Hallen machen trotz Streaming-Erfolg keinen Gewinn; die Top 5% der Musiker:innen vereinnahmen global 85% der Konzerterlöse, die unteren 95% teilen sich 15%.
Zusammenfassung der Session
Übersicht Live Music Fund Germany
Die Bundesstiftung Live Kultur startet zum 1. Januar 2026 einen freiwilligen Solidaritätsfonds zur Unterstützung kleiner Clubs, Festivals und Emerging Artists. Der Fonds basiert auf drei Säulen: freiwillige 1‑Euro‑Ticketspenden, Mikro‑Beiträge von Ticketing‑Unternehmen und Grassroots‑Show‑Support. 50 Gründungspartner sind verpflichtet, 3.500 potenzielle Venue‑Adressen sind in der Datenbank.
Wirtschaftskrise in Live‑Spielstätten
- Massive Margen-Erosion: <1% Profitmargen durch Inflation, Lohnerhöhungen und stagnierende Ticketpreise vollständig aufgezehrt
- 46% der Berliner Clubs in wirtschaftlicher Schieflage, fast die Hälfte erwägt Schließung
- Riskante Konzerte junger Bands und Nischen fallen mangels Ticketverkauf aus
- Marktkonzentration schafft unhaltbare Bedingungen für Developing Artists
- Top 1% der Musiker:innen generiert 60% der Konzerterlöse, Top 5% 85%
- Die unteren 95% teilen sich 15% der Einnahmen
Die „Death Zone“ der Künstlerentwicklung
- Mid‑Tier‑Touring im €15–80 Ticketbereich kaum noch tragfähig
- Gold‑Acts in 4.000–7.000er Venues machen wegen Produktions‑, Travel‑ und Crew‑Kosten keinen Gewinn
- Auch Millionen-Streams sichern Touring nicht; der Karriere‑Funnel vom Club zur Arena bricht weg
- Große Promoter investieren nicht in Artist Development — generationales Risiko für Nachwuchs
Ticketing‑Profite vs. Venue‑Margen
- CTS Eventim: >€166,8 Mio. Gewinn in H1 2025 bei >40% Marge; Venues bei 3,8% Marge
- Standardgebühren: 10% plus Systemgebühren (ca. €7 auf ein €60‑Ticket)
- Einzel-Event (Adele) erzeugt €740.000 reinen Ticketing‑Gewinn
- Hamburgs öffentliche Ticketing‑Lösung Tixly: €3 Flat‑Fee pro Ticket als kostengünstiger Gegenbeweis
Freiwilliger Fonds: Mechanik und Lücken
- Drei-Säulen-Ansatz nach Alsterlauf‑Erfolg (70‑Cent‑Freiwilligquote)
- Verhandlungen mit 20+ Ticketing‑Unternehmen über Mikro‑Beiträge laufen
- Gründungspartner primär wertegetriebene Clubs, unabhängige Venues, kleinere Festivals
- Große Ticketing‑Firmen wie CTS Eventim und Ticketmaster fehlen
- Sorge: Strauchelnde Kleine finanzieren das Ökosystem statt der großen Profiteure
- Ausschüttung über Bundesstiftung Live Kultur mit niedrigschwelligen, flexiblen Anträgen statt staatsnaher Verfahren
Freiwillig vs. Pflicht: Kritik
- Große Ticketing‑Konzerne leisten ohne gesetzlichen Zwang voraussichtlich wenig (Aktionärslogik)
- International existieren stärkere Modelle
- UK: Music Venue Trust erhält große Beiträge von Ticketmaster; Stadion‑Acts wie Coldplay (10% der Einnahmen), Sam Fender (£100.000 an 38 Venues)
- Frankreich: 1,2% Streaming‑USt plus Ticketabgaben speisen das Centre National de la Musique mit zweistelligen Millionenbeträgen
- Pflichtmodelle stoßen auf Hürden
- Berthold Seliger schlägt verpflichtenden €1‑Aufschlag auf >€50‑Tickets vor, getragen von Ticketing‑Firmen
- Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda verweist auf verfassungsrechtliche Grenzen
- FFA‑Filmabgabe dient als deutscher Präzedenzfall
Staatliche Unterstützung und Politik
- Bestehende Programme unterfinanziert
- Initiative Musik erhielt jüngst €1,7–2 Mio. zusätzlich
- Kulturhaushalt 2025–2026 um ~€198 Mio. erhöht, mit interner Umschichtung zugunsten Film
- Geplantes €30‑Mrd.-Budgetloch 2027–2028 erhöht Kürzungsdruck
- Mehrparteien-Konsens unterstützt den Fonds, mit unterschiedlichen Wegen
- SPD: freiwilliger Fonds zuerst, Gesetz falls nötig
- Die Linke: pro Fonds, favorisiert gesetzliche Lösungen
- CDU: 3–5 Jahre Zeitachse für breiten Konsens, analog FFA‑Präzedenz
- Nächste Schritte: fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu Pflichtabgaben und regelmäßige Bundestagsanhörungen zur Musikförderung
Förderprioritäten
- Anfangsfokus: Club‑Programm (teils ab €200), erste Tourneen für Emerging Artists, lokale Acts auf mittelgroßen Festivals, Basisbetriebskosten
- Ausgeschlossen zunächst: Abgaben auf Streaming‑Plattformen, Major‑Recording‑Entities, große Festival‑Hauptbühnen
- Perspektive: spätere Ausweitung auf Streaming‑Beiträge und breitere Wertschöpfung
Branchenhindernisse und Systemfragen
- Deutsches Award‑System versteht Preise als „Stipendien“ für Newcomer statt als Anerkennung kultureller Wirkung
- Erfolgreiche Artists wie Luciano und Reezy werden aufgrund „schon erfolgreich“-Narrativs übergangen
- Kein Grammy‑Äquivalent mit Mitglieder‑Voting der Musikprofession
- Exporthürden trotz starker Talente
- Deutsche Produzenten erfolgreich international (OZ seit zwei Dekaden in Billboard Hip‑Hop‑Producer Top 10)
- Keine Struktur für internationalen Vertrieb wie bei K‑Pop/Afrobeats
- Schwarze Artists und Artists of Color stark im Streaming, unterrepräsentiert in Medien/TV/Radio/Awards
Perspektiven von Artists und Venues
- AnnenMayKantereit geben freiwillig €0,50 pro Ticket (Basispreis €60), äußern aber Zweifel an Konzern‑Solidarität
- Gretchen Berlin: Social Ticketing mit gleitender Preisskala; Gutverdienende subventionieren ermäßigte Tickets
- Teilnahme am Fonds via Zusatzaufschlag wegen Social‑Pricing derzeit nicht möglich
- Independent‑Labels und ‑Promoter teilen Margendruck und Frust über fehlende Beiträge großer Marktakteure
Kultureller Wandel und Zukunft
- Mehr Genre‑übergreifende Kollaborationen; junge Zielgruppen (15–19) konsumieren alle Epochen/Genres ohne Schubladen
- Deutscher Hip‑Hop mit eigener Ästhetik der letzten 5–10 Jahre
- Türkische, albanische und diasporische Sounds verschmelzen mit deutscher Sprache zu eigener Identität
- Etablierte Medien erkennen neue Hybride langsam
- Streaming ermöglicht globale Entdeckung, ersetzt Kaufbarrieren, schafft aber Algorithmus‑Hürden
Offene Fragen
- Steigen große Ticketing‑Firmen freiwillig ein oder braucht es Gesetzgebung? Branche uneins über Freiwilligkeit
- Balance zwischen Beiträgen etablierter Top‑Acts und Förderung von Nachwuchs
- Reform des deutschen Award‑Systems hin zu Anerkennung kultureller Wirkung?
- Tragfähigkeit des freiwilligen Fonds ohne große kommerzielle Player — Gefahr, dass Kleine nur Kleine stützen statt Skalierung zu erreichen
Darum ging's
- 84 % der Billboard Top 200 liefen zuerst viral auf TikTok; 30 % der deutschen Nummer-eins-Singles 2024 waren vorher in der TikTok Hot Fifty.
- Artist-Zertifizierung aktivieren (Profil → Creator Tools → Artist Zertifizierung) für Music Tab, Sound-Verlinkung, Follow-Button auf Music Detail Pages und Zugang zu TikTok for Artists-Backend mit erweiterten Analytics (z. B. „Viewed Full Post"-Prozent).
- Best Practice: Authentisches Storytelling vor viralen Momenten; kontextuelle Klarheit für neue Zuschauer; TikTok im gesamten Produktionsprozess mitdenken (Studio bis Post-Release); regelmäßig mit Community interagieren (Duet, Stitch, Kommentare).
- Neue Features: Pre-Save-Kampagnen für EPs/Alben (Apple Music/Spotify-Integration); Bulletin Board (Broadcast-Channel, derzeit Beta bei Kontra K, RAF Camora u. a., Rollout „zeitnah"); Ticketing-Links (Eventim, Ticketmaster) und TikTok Shop (Merch, Vinyls) direkt integrierbar.
- Charts & Support: Wöchentliche TikTok Hot Fifty (lokal gewichtet) und Viral Fifty; wöchentlicher Newsletter mit Hot Artist of the Week, Feature-Updates und Content-Tipps; Help-Request-Intake für operative Probleme über TikTok for Artists.
Zusammenfassung der Session
TikTok Music Impact & Statistiken
- TikTok ist zentrale Plattform für Musikentdeckung mit direktem Impact auf Charts und Streaming
- 84% der Songs in den globalen Billboard Top 200 waren zuvor auf TikTok viral
- 30% der deutschen Nummer-eins-Singles 2024 waren vorher in der TikTok Hot Fifty
- Beispiel: Tom Schillings "Major Tom" kam nach 40 Jahren durch viralen TikTok-Moment zurück in die Charts
- Über eine Milliarde Songs wurden global mit "Add to Music App" auf DSPs gespeichert
- Feature funktioniert mit Spotify, Apple Music und Amazon
- Schafft wichtige Brücke zwischen TikTok-Discovery und Streaming
Best Practices für Artists
- Authentizität und Storytelling statt viraler Momente anstreben
- Langfristiger Fanbase-Aufbau wichtiger als einzelne virale Hits
- Eigene Stimme finden und authentische Geschichte erzählen
- Plattform ist für Entertainment und Storytelling gedacht, nicht nur für Song-Promotion
- Content-Strategie entwickeln
- Verschiedene Geschichten testen und Reaktionen beobachten
- Nische finden mit interessanten Infos über die Musik hinaus
- Kontextuelle Klarheit schaffen für neue Zuschauer, die Artist noch nicht kennen
- Insider-Jokes vermeiden, stattdessen inklusiven und universellen Content erstellen
- Aktive Interaktion mit Publikum
- Duet- und Stitch-Funktionen nutzen
- Auf Kommentare mit eigenen Videos antworten
- Fan Posts kommentieren und reposten
- TikTok im gesamten Produktionsprozess mitdenken
- Schon ab Musikentstehung relevant, nicht nur am Release-Day
- Studio-Sounds und Behind-the-Scenes-Material nutzen
- Bei Musikvideos native TikTok-Inhalte mitdrehen
- Sounds können auch Wochen nach Release noch trenden
- Vier kritische Fragen vor dem Posten
- Würde dich dein eigenes TikTok auf der For-You-Page ansprechen?
- Hat es einen Hook und bleibt man daran kleben?
- Fügt es Extra-Value außerhalb der Musik hinzu?
- Nur posten wenn alle Fragen mit Ja beantwortet werden können
- Technische Optimierung
- Preview-Stelle aus Song bewusst auswählen für maximale Catchiness
- Weiterhin Content zum Song posten nach Release
- Freunde aktivieren mit den Sounds zu posten für mehr Traktion
Artist Account & Zertifizierung
- Artist Account als Basic-Feature mit zahlreichen Vorteilen
- Artist-Zeichen unter der Handle zur Kennzeichnung
- Zugang über Profil → drei Striche oben rechts → Creator Tools → Artist Zertifizierung
- Wurde letztes Jahr vorgestellt, aber noch nicht weit verbreitet
- Wichtigste Features der Zertifizierung
- Sounds werden mit Artist-Profil verknüpft
- Artist-Name und Follow-Button erscheinen auf Music Detail Pages
- Neuer Music Tab auf Profil
- Etwa 90% der Sounds werden richtig verlinkt
- Neue Releases erscheinen sofort und werden gehighlighted
- Neue Sounds können oben angeheftet werden
- User Sounds werden besser dargestellt
- System erkennt automatisch wenn User Sound auch in offizieller Library ist
- Zeigt dann richtigen Namen, Cover, Metadaten statt nur "Originalton"
TikTok for Artists Platform
- Backend-Plattform speziell für Musicians optimiert
- Stand-alone Website für Desktop und Mobile
- Zugang für Artists, Management Teams und Labels
- Vollständig ausgerollt in Deutschland, noch nicht in Österreich und Schweiz
- Drei Zugriffsstufen verfügbar
- Artist-Zertifizierung für eigenen Account
- Management-Zugang: bis zu zehn Mitglieder pro Artist einladbar
- Distributor/Label-Zugang für kollektiven Datenabruf aller verteilten Artists
- Song Performance Tracking
- Frühe Erkennung von Trends und Traktionen auf bestimmten Sounds
- Übersichtliche Darstellung von Anstiegen bei Views und Creations
- Einzelne Creations analysieren um zu sehen welche Fan Posts Traktion hervorrufen
- Custom Filter für verschiedene Zeiträume einstellen
- Post Performance Details
- "Viewed Full Post Percentage" als besonders wertvolle Metrik
- Zeigt wie viele User Posts komplett ansehen
- Hilft zu verstehen welche Posts User Retention fördern
- Identifiziert Optimierungspotenziale
- "Viewed Full Post Percentage" als besonders wertvolle Metrik
- Audience Demographics & Insights
- Ausführliche Demographics und Interessen der Zielgruppe
- Aktivitätszeiten der Audience
- Content-Typen die Follower besonders mögen
- Hilft Nische zu identifizieren: Beispiel: Wenn Audience bei Landwirtschaft oder Sammelkarten aktiv ist, kann man das einbinden
- Support & Help Request
- Help Request Intake für operative Probleme
- Lösungen für alle Song-Probleme
- Falsche Verknüpfungen mit Profil
- Add-to-Music-App-Button funktioniert nicht
- Bestätigung per E-Mail wenn Anliegen bearbeitet wurde
- TikTok Studio Access
- Zugang über drei vertikale Striche oben auf Profil
- Insights und diverse Creator Tools verfügbar
- In-App-Eingang zu TikTok for Artists
Pre-Save Kampagnen
- Integration in TikTok for Artists
- Momentan für EPs und Alben verfügbar, nicht für Singles
- Nutzt Apple Music oder Spotify Countdown-Link
- Funktionsweise und Vorteile
- User können mit einem Klick ganzes Album auf DSPs vorspeichern
- Effizient für zehn, 28 oder 47 Sounds bei Triple-Album
- Auswahl zwischen Spotify und Apple Music
- Bestimmung der Kampagnendauer möglich
- Eigene TikToks können hinzugefügt werden mit Pre-Save-Link
- Einige sehr erfolgreiche Campaigns mit guten Ergebnissen
- Klarer Gateway ins Streaming
Add to Music App Feature
- Über eine Milliarde Songs global auf DSPs gespeichert
- Funktioniert auf For You Page und Music Detail Page
- Button wird bei zertifizierten Artists mit verknüpften Sounds angezeigt
- Beim ersten Mal Auswahl des Music Service
- Ab dann mit einem Klick Sounds direkt speichern
- TikTok arbeitet mit allen großen Streaming-Plattformen zusammen
Fan Engagement Tools
- Duet- und Stitch-Funktionen als Klassiker für Artist-Fan-Interaktion
- Fan Spotlight Feature
- Auf Music Tab auffindbar
- Artists können Lieblings-Creations aus Community hervorheben
- Fans bekommen Notification wenn ihr Content ausgewählt wurde
- Pins sind etwa eine Woche aktiv
- Schöne Art tolle Inhalte auf Profil hervorzuheben
- Bulletin Board (kommendes Feature)
- Broadcast-Channel für Music Artists optimiert
- Momentan in erster Test-Phase mit wenigen Accounts
- In Deutschland: Kontra K, RAF Camora, Levent Geiger und The Levengers
- International: Lewis Capaldi, Dimitri Vegas
- Funktionalität
- Sound Cards posten
- TikTok Videos direkt teilen
- Add Song und Pre-Save Features integrieren
- Selbst relativ kleiner Channel kann großen Impact haben und viele Creations generieren
- Entry Points & Notifications
- Entry-Point auf Profil
- Alle Fans bekommen Notification beim Start mit Beitrittsfrage
- Updates landen in DMs zwischen Freunden-Nachrichten
- Sehr natürliche Einbindung
- Rollout-Timeline
- Relativ nah dran in erster Phase
- Hoffentlich zeitnah, aber keine konkrete Zahl genannt
Ticketing Integration
- Monetarisierungstool für Artists
- Zusammenarbeit mit Eventim und Ticketmaster in Deutschland
- Ticket Sales direkt in TikTok integriert
- Funktionsweise
- Im Create Modus Ticket Link hinzufügen
- Direkter Zugang zum gewählten Ticketpartner
- Anchor Link in Creation hervorgehoben
- Fans werden direkt zum Ticketing Service weitergeleitet
TikTok Shop & Merchandise
- Verkauf von Produkten direkt über TikTok
- Vinyls und Physical Products
- Merch angeboten
- Shop Integration Methoden
- Produktlinks direkt in TikToks integrieren
- Shop auf Profilseite wenn verknüpft
- Live Shopping Feature: Live gehen und direkt aus Streams verknüpfte Produkte verkaufen
- Shop Tab auf TikTok-Startseite
- Shopify Integration möglich
- Existierender Shop direkt integrierbar
- Oder nativ über TikTok-Shop aufsetzen
- Besonderheiten für Music Artists
- Noch relativ unexplored territory
- Zartmann war erster Artist in ganz Europa mit Shop
- Momentan nur direkt lieferbare Produkte
- Hoffnung auf Pre-Release-Möglichkeiten bald
- Starter Advantage bei frühem Einstieg zu erwarten
TikTok Charts & Programs
- TikTok Hot Fifty
- Hauptcharts mit wöchentlicher Aktualisierung
- Zusammensetzung aus Creations, Views und Sound Saves
- Top Fifty mit lokaler Gewichtung und viel lokalem Repertoire
- Nur offizielle Sounds die ausgeliefert sind: Beispiel: Crow-User-Sound-Remix wurde offiziell ausgeliefert und kletterte auf Nummer eins
- Höchster Neueinsteiger wird TikTok Hot Artist of the Week: Published über Musikwoche und Socials mit Banner-Hervorhebung
- Viral Fifty
- "Fastest Rising Songs on TikTok"
- Weniger lokale Gewichtung als Hot Fifty
- Zeigt generell trendende Sounds
- Auch viral-background-Sounds
- Guter Insight in User-Sound-Welt
- Charts auf Music Detail Pages verfügbar mit wöchentlichen Updates
Content Support & Newsletter
- Wöchentlicher TikTok-Newsletter
- Highlights und News
- Nummer eins Hot Artist of the Week
- Besonders gute Accounts und Videos
- Updates zu neuen Produkten und Features
- Empfehlungen zum Ausprobieren
- Content-Tipps
- Exklusiver Reeperbahn Festival Newsletter verfügbar
Q&A Insights
- Video-Erstellung: In-App vs. externe Software
- Keine Anhaltspunkte dass In-App-Erstellung besser funktioniert
- Empfehlung: Finde Weg der für dich funktioniert
- CapCut als Alternative empfohlen (aus TikTok Haus)
- Bietet mehr Möglichkeiten als In-App-Editor
- Wird sehr erfolgreich genutzt
- Strategie für ältere Generation (über 60)
- TikTok funktioniert besonders gut über Human Connection und Persönlichkeit
- Menschen reagieren emotionaler auf Personen als auf Promo-Material
- Empfehlung: Einfach ausprobieren und Plattform kennenlernen
- Algorithmus findet schnell Inhalte mit denen man interagiert
- Feedback von skeptischen Artists: "Jeder kann er selbst sein auf TikTok"
- Best Practice Beispiel
- Roland Kaiser macht authentischen Content als großer Entertainer
- Herbert Grönemeyer macht Gen-C-Transformation mit Fit Checks
- Schrotthagen (Electronic-Duo) macht Zusammenarbeit zwischen älterem Producer und Jüngerem cool
- Sound On Distribution Klarstellung
- Sound On ist separate Distributionsplattform von ByteDance
- Nicht gezielt mit TikTok zusammenarbeitend
- Kein Sound-On-Vorteil für TikTok Performance
- Weitere Infos auf Sound On Website
Darum ging's
- Text and Data Mining (TDM)-Schranke rechtlich umstritten: Kern der Debatte ist, ob Inhalte ohne Vergütung genutzt werden dürfen – GEMA-Verfahren und EuGH-Vorlage aus Ungarn klären die Auslegung; Unterschied zwischen Training und Inferenz muss rechtlich getrennt werden.
- AI Act-Template verpflichtet KI-Provider zur Offenlegung verwendeter Inhalte (Article 51(C), Article 56 Code of Practice) – hat Lücken, aber ist ein Anfang; Problem: Firmen schließen Rahmenvereinbarungen mit Künstler-Katalogen ohne Information, bieten nur nachträglich Opt-out an.
- Deezer meldet ca. 30.000 KI-generierte Songs/Tag, machen 0,5 % aller Streams aus, 70 % davon fraudulent – reales Volumen vermutlich höher (ca. 150.000/Tag); Forderung: Alle Plattformen müssen AI-generierte Musik labeln und Ausschüttung stoppen; Warnung: Spotify kreiert eigene KI-Songs und schüttet an sich selbst aus.
- GEMA-Lizenzmodell vorgestellt: Vergütung für Training + Output; Streitpunkt bei Udio/Suno: Plattform beansprucht Eigentumsrecht an KI-generierten Songs – unklar, wer Vergütung erhält (Creator/Prompter, KI-Firma); Fraud-Fälle: Bots produzieren und hören Musik massenhaft, strafrechtliche Verfahren laufen in USA.
- Vision in einem Jahr: Klares Haftungsrecht im AI-Bereich, funktionierendes Lizenzsystem statt Pauschalvergütung; Standardisierungsprozesse für Opt-out laufen bei IETF; Künstler fordern: Zustimmungsrecht für jeden KI-Einsatz wie bei Synch-Deals, keine pauschalen Label-Klauseln für KI-Training mit Katalogen.
Zusammenfassung der Session
KI-Einsatz durch Künstler und Produzenten
- Nutzung variiert stark nach Genre
- Jazz- und Jazz-Pop-Künstler setzen weiterhin auf klassische Komposition
- Produzenten nutzen häufig Stem Separation für Zeit- und Kostenersparnis bei Katalogen ohne verfügbare Stems
- Tools für Mixing und Mastering bieten erhebliche Effizienzgewinne
- Voice Swap ermöglicht Tests verschiedener Stimmtypen (Tenor vs. Pop) mit Künstlerzustimmung und fairer Bezahlung
- Hybridmodelle entstehen: Künstlerin Xania schloss Deal mit Indie-Label ab, obwohl Musik durch Suno generiert wurde
- Künstler wollen künstlerische Kontrolle über Kreation, Lyrics und Komposition behalten
Rechtliche Grundlagen
- Text und Data Mining (TDM) Schranke bleibt zentral umstritten
- René Houareau: Inhalte können nicht ohne Vergütung genutzt werden
- Friederike Michael: TDM ist erlaubt ohne expliziten Opt-out (Bitkom-Ansicht, gerichtlich verhandelt)
- GEMA-Verfahren und EuGH-Vorlage aus Ungarn prüfen Auslegung der Schranke
- Lion-Urteil Hamburg zeigt technisch-rechtliche Einordnungsschwierigkeiten bei Fotografien
- Unterschied zwischen Training und Inferenz muss rechtlich getrennt werden, praktisch aber nicht vollständig trennbar
AI Act der EU
- René Houareau: Grundsätzlich positive Entwicklung, aber nicht perfekt
- Article 51 (C) und Article 56 Code of Practice sind zentrale Elemente
- Template-Pflicht für KI-Provider zeigt verwendete Inhalte und Verwendungsart
- Template war Streitpunkt mit Lücken, aber guter Anfang
- Tessy Schulz fragt nach Rechtsverbindlichkeit und Konsequenzen bei Nichterfüllung
- Problem: Viele Firmen schließen Vereinbarungen mit KI-Anbietern, ohne Künstler zu informieren
- Künstler erfahren erst später von Rahmenvereinbarungen mit ihrem gesamten Katalog
- Opt-out wird erst nachträglich erlaubt
Regulierung und globale Perspektiven
- René Houareau: Nur europäische Regulierung reicht nicht, koordiniertes Vorgehen erforderlich
- DSGVO hatte trotz Herausforderungen Filter-Effekt
- Friederike Michael: Brussels Effect kann ausstrahlen, aber zu strikte EU-Regulierung könnte Märkte unattraktiv machen
- Amerika ist dominante Wirtschaftsmacht, digitale Souveränität Europas bleibt unklar
- Friederike Michael erklärt Unterschied: USA Fair Use (erst ausprobieren, dann fragen) vs. europäisches Urheberrecht
- TDM-Schranke mit Opt-out war erste Innovation-Ermöglichung durch EU-Gesetzgeber, wird als systemfremd empfunden
Deepfakes und Persönlichkeitsrechte
- Tessy Schulz: Bisher kein persönlicher Fall, aber Häufigkeit nimmt zu
- Schnelle Reaktion nötig: Anwalt, Plattform kontaktieren, Takedown, Copyright-Detector
- Vollständige Entfernung schwierig
- Major Record Companies zwingen Künstler in Videoproduktionen zur Unterzeichnung, dass keine KI verwendet wird (sonst Strafzahlung)
- René Houareau: SAD-System (Streaming Anomaly Detection) mit GfK und Universität Wien entwickelt
- Screent alle Streams gegen eine Million Playlisten und Social Media Accounts
- Nutzt negative KPIs: z.B. 50 Streams nachts um 1:25 Uhr in einer Straße von vier Häusern
- Maschine misst prognostizierte gegen tatsächliche Realität, hundertausendfach
- Hirschhausen-Fall: Fake-Talkshow mit Abnehmmittel-Werbung
- Oberlandesgericht: Meta hat Prüfpflicht und muss aktiv nach Rechtsverletzungen suchen
Metadaten und Lizenzmodelle
- GEMA stellte mutiges Lizenzmodell vor: Vergütung für Training + Output
- René Houareau: Music-Token mit Watermark theoretisch möglich, aber sehr teuer und komplex
- Einzige Chance liegt in AI Act-Transparenz und ausgefülltem Template
- Friederike Michael: Lizenzierungsmarkt bildet sich bereits (European Intellectual Property Office-Studie)
- Tessy Schulz: Udio/Suno beanspruchen Eigentumsrecht an generierten Songs - das geht nicht
- Frage: Wer erhält Geld? Creator/Prompter? KI? Firma?
- René Houareau: Fraud-Problem: Bots produzieren Musik, die von Bots gehört wird (USA, strafrechtliche Verfahren laufen, Interpol/Europol interessiert)
Streaming und KI-Musik-Volumen
- Deezer veröffentlichte Daten: ca. 30.000 komplett KI-generierte Songs pro Ta
- Machen nur 0,5% aller Streams aus
- 70% davon sind fraudulent
- Nur 100%-KI-Songs detektierbar, nicht hybride Formen (echtes Volumen vielleicht 150.000/Tag)
- Tessy Schulz: Alle Plattformen müssen AI-generiert labeln, auch für Konsumenten
- Spotify kreiert eigene KI-Songs und schüttet zu sich aus ohne Rechtekosten
- Externe Firmen können noch schneller in größerer Masse kreieren
- Sehr gefährlich: Einnahmen aller Künstler werden dauerhaft geschmälert
- Litigation gegen Suno/Udio wird 15 Jahre dauern
Kennzeichnung und Urheberrecht
- Friederike Michael: Kennzeichnungspflicht im AI Act vorgesehen, aber Konsequenzen unklar
- Plattformen könnten in AGB nur echte Künstler erlauben
- Nutzer können manipulieren
- Deutsches und europäisches Urheberrecht: Kein Schutz für KI-generierte Inhalte
- Urheberrecht ist zutiefst menschlich und persönlichkeitsbezogen
- Überlegungen zu Leistungsschutzrecht in anderen Bereichen (z.B. Software) für Investoren
Persönlichkeitsrechte und Ethik
- Tessy Schulz: Moralische/ethische Probleme bei Rahmendeals zwischen Plattenfirmen und KI-Anbietern
- Beispiel: KI generiert AfD-Hymne, die nach Künstler klingt - Künstler will das nicht
- 100 Plattformen trainieren mit Musik, Künstler kann nicht überblicken
- Lösung: Token sollte Künstler benachrichtigen bei jeder Nutzung
- Wie bei Synch-Deals: Zustimmungsrecht für jeden Einsatz
- AFEM (Association for Electronic Music) hat vier Core Points: Consent, Deals, Fair Remuneration, Transparency plus Moral/Ethik
- Friederike Michael: Problem existiert unabhängig von KI, aber Rechtsdurchsetzung ist langwierig
Label-Verträge mit KI-Klauseln
- Aus Publikum: Labels wollen Klauseln für KI-Training mit Künstler-Katalog, Deals scheitern
- Friederike Michael: Vertragsfreiheit besteht, aber oft Ungleichgewicht
- René Houareau: Solche Verträge nicht bekannt, aber Vertragsformulierungen können unsauber sein (z.B. Unterschied Sänger-Stimme vs. Gitarrenlick)
- Tessy Schulz: Pauschale Klauseln "Rechte für alles bei allen zukünftigen Plattformen" sind zu viel
- Mit Konsens Fall-zu-Fall verhandeln, nicht pauschal
- Benjamin Fischer: Für jeden Deal einen Anwalt nehmen, Kosten vorher erfragen
Vision für die Zukunft (in einem Jahr)
- René Houareau: Gute Rechtsetzung mit klarem Haftungsrecht im AI-Bereich
- License and Litigation - Tech-Seite überzeugen zu zahlen (wie bei YouTube früher)
- Warnung: Pauschale Vergütungsansprüche würden Märkte zersägen
- Friederike Michael: Lizenzierungsmarkt entwickelt sich weiter
- Standardisierungsprozesse im AI Act wichtig (Opt-out-Umsetzung bei IETF läuft)
- Tessy Schulz: Anwälte werden pushen, Künstler sind ungeduldig
- David Byrne: KI-Musik erschafft nichts wirklich Neues, da nur mit Bestehendem gefüttert
- Echte Innovation muss von menschlichen Creators kommen
Executive Summary
- Germany launch now live with platform access open to all users; portal translating to German, expansion to Austria and other European markets dependent on Germany performance (no fixed timeline).
- Royalty structure: Artists keep 100% master rights, 100% of all royalties first 6 months, then 90% on non-TikTok DSPs (TikTok streams remain 100% indefinitely); monthly payouts on 25th via bank or PayPal.
- Case study – WIZ: German/South African artist hit 12 billion TikTok views and 7M+ creations since February release using region-specific clip and trend strategies (SSA vs Europe); now releasing localized versions (Tyler feature for US, Chinese feature for China).
- Creator marketing campaigns via TikTok Studio drive content creation starting at 1K-follower creators; platform tracks Sound Data page clicks, Add to Music CTR (TikTok-to-DSP conversion), and inspiration metrics to identify working trends and optimize strategy.
- No artist rejection based on quality—only legal/geographic requirements; artists can start from zero followers but posting 1–4× daily during release periods strongly recommended for success.
Full Summary
SoundOn Platform Overview
- Zara Kaneva presented SoundOn as an end-to-end music distribution and promotion platform powered by TikTok.
- The platform has been operational for approximately three and a half to four years globally.
- Recently launched officially in Germany, opening access to all users in that market.
- Maintains global presence in US, Mexico, Brazil, Nigeria, South Africa, UAE, and Indonesia as primary markets with additional presence in Asia.
Distribution & Rights Model
- Zara Kaneva explained SoundOn operates as a music distribution platform comparable to DistroKid and TuneCore.
- Distributes releases to approximately 90 DSPs including Instagram, Facebook, Amazon, Apple, Spotify, and YouTube.
- Artists and labels retain 100% ownership of master rights.
- Royalty structure: 100% of royalties for first six months, then 10% commission on non-TikTok streams after six months.
- TikTok streams remain at 100% to artist indefinitely.
- Artists can choose to license music to SoundOn for specific DSPs only rather than mandatory all-DSP licensing.
- Zara Kaneva indicated distribution involves mixture of direct licenses and partnerships with other companies.
Product & Analytics Features
- Upload process requires full audio upload, TikTok clip submission, basic metadata, artwork, and release date specification.
- Platform allows artists to release TikTok clip earlier than DSP release date for pre-release teasing.
- Platform being translated into German.
- Analytics capabilities include TikTok-specific insights unavailable elsewhere.
- Track insights show creator demographics including followers, likes, age range, gender, language, and region.
- Zara Kaneva clarified data is only available for releases distributed through SoundOn due to data privacy restrictions.
- Video performance analytics showing specific TikTok trends.
- Track-level metrics including saves, playlist placements, listening duration, source of streams, and completion rates.
- Track insights show creator demographics including followers, likes, age range, gender, language, and region.
- Royalty accounting with collaborator splits allows artists to invite producers, featured artists, composers, and remixers to platform and assign revenue percentages.
- Collaborators receive automatic payments once they accept invitations and create wallets.
- Monthly payments processed on 25th of each month to artist wallet, then withdrawable via bank account or PayPal.
- Additional monetization opportunities include YouTube Content ID, access to commercial music library, and CapCut integration.
Promotion ServicesCreator Marketing Campaigns
- Rosa Kokocinski explained creator marketing as core promotion opportunity leveraging TikTok's creator ecosystem.
- Works with creators ranging from micro-creators starting at 1,000 followers through macro-creators.
- Primary tool is in-app incentive creator marketing via Work with Artist feature within TikTok Studio.
- Rosa Kokocinski emphasized data extraction from campaigns as critical for strategic decision-making.
- Tracks standard metrics plus music-specific data including Sound Data page clicks and inspiration metrics.
- Measures Add to Music click-through rate showing DSP conversion.
On-Platform Programming
- Rosa Kokocinski outlined on-platform programming opportunities including banners, playlists, and editorial features.
- Larger artists access search apps, H5 features, and artist partnership team support.
- Zara Kaneva noted SoundOn cannot directly pitch for these features but they're available as add-ons through artist partnerships team.
Off-Platform Promotion
- Rosa Kokocinski described DSP partnerships team in each market providing pitching services for DSP placements, playlists, and covers plus sync and licensing services.
- Commercial music library helps artists get discovered by brands, particularly in fashion and other commercial sectors.
- Zara Kaneva emphasized discovery advantage as it requires 100% ownership of both publishing and master rights, limiting catalog competition.
- Rosa Kokocinski clarified goal is exposure and brand discovery rather than DSP streaming conversion.
Monetization & Revenue Splits
- Zara Kaneva described two partnership models.
- General terms: artists license DSP platforms of choice to SoundOn with no mandatory commitment to all platforms.
- SoundOn provides light support and editorial support on ByteDance platforms with no financial commitment.
- Artists receive 100% of TikTok royalties, 100% for other DSPs first six months, then 90% after six months.
- Label services model: SoundOn commits to promotion campaign management.
- Can be label-funded or SoundOn-funded, with distribution rate negotiated based on agreement.
- Zara Kaneva noted A&R and label business development teams manage these negotiations.
- General terms: artists license DSP platforms of choice to SoundOn with no mandatory commitment to all platforms.
TikTok Partnership Benefits
- Rosa Kokocinski emphasized being part of TikTok ecosystem provides first access to new features and platform opportunities.
- Works closely with TikTok's music partnerships team, music live team, TikTok shop team, and sales team.
- ByteDance platform ecosystem enables multi-platform strategy across TikTok, CapCut, and CML.
Case StudiesWIZ
- Rosa Kokocinski presented largest SoundOn track globally released this year by German-based artist.
- Track released February with nearly 12 billion views on TikTok and over 7 million creations.
- Different regional strategies used despite single track.
- Summer track released in winter but coincided with summer in sub-Saharan Africa.
- Different clips, briefings, and trend strategies for SSA region versus Europe and other markets.
- Continued work with different versions including feature with Tyler released June and upcoming Chinese feature for China market.
Charlie Gere
- Zara Kaneva described Charlie Gere with track Her Eyes as artist development project
- Charlie appeared on Netflix show Too Hot to Handle with no prior music release experience.
- Results: 4.8 billion views on official sound, almost 5 million creations, multiple chart entries.
Geographic Expansion & Market Status
- Zara Kaneva emphasized recent official Germany launch making platform open to all users in market.
- Zara Kaneva indicated expansion to other European markets possible but no exact timeline confirmed.
- Expansion pace depends on Germany market performance.
- Legal compliance required for each market launch.
- VPN blocking in place to ensure users sign up from correct geographic region.
Content Moderation & Compliance
- Zara Kaneva described fingerprinting system to identify samples and unauthorized content.
- Platform requests licenses if fingerprinting detects samples without declared licenses.
- Infringing content blocked from platform.
- Zara Kaneva addressed AI-generated content question, noting industry awaits standards while encouraging real creators.
- Zara Kaneva explained SoundOn operates under DSP guidelines from Apple, Spotify, and other platforms like any other distributor.
Audience QuestionsVirality vs Fandom & Monetization Translation
- A visitor asked about link between TikTok virality, fandom building, and monetization outside platform.
- Zara Kaneva responded that intentionality is essential and outcome depends on how artists steward and listen to their fan base.
- Rosa Kokocinski added SoundOn targets right audiences and creators for specific genres to build potential fans and fandom, citing WIZ case example with live bookings at major festivals.
Platform Governance & Political Context
- A visitor asked about TikTok ownership by ByteDance and potential US political impact.
- Zara Kaneva clarified focus is on Europe, Africa, Middle East markets, not US.
- SoundOn functions as company owned by TikTok and not directly affected by any US regulatory changes.
- Distribution and promotion services outside TikTok continue regardless of US TikTok availability.
- Zara Kaneva stated approach uses mixture of direct licenses and partnerships while maintaining competitive payout rates.
Artist Eligibility & Onboarding
- A visitor asked whether SoundOn declines artists due to professionalism or sound quality.
- Zara Kaneva confirmed no quality-based rejection, only legal requirements including geographic verification.
- A visitor asked about daily track volume.
- Zara Kaneva stated exact numbers cannot be disclosed but confirmed fairly large user base operating for four years globally.
- Compared to 100,000 tracks distributed to Spotify daily, SoundOn represents very solid percentage.
Content Strategy & Artist Participation
- A visitor asked about creator profile requirements and whether starting from zero followers achievable.
- Zara Kaneva emphasized zero-follower starting point viable with TikTok discovery platform and SoundOn tools.
- Rosa Kokocinski confirmed artist posting not mandatory but highly recommended.
- Most successful SoundOn artists post regularly during release period, typically one to four times daily.
- A visitor asked about label profiles with multiple artists
- Rosa Kokocinski responded all content for a track benefits track success and team can work with any format provided.
Executive Summary
- Streaming generates $20.5B annually (68% of $30B music market) yet major labels concentrate wealth while indie artists/labels struggle—Spotify's 1,000-stream demonetization threshold causing independent label layoffs despite industry revenue growth.
- Artist exodus gaining momentum: Godspeed You! Black Emperor and King Gizzard removed catalogs from Spotify and topped Bandcamp charts; selling 10 records direct generates more revenue than streaming equivalent.
- Living Wage for Musicians Act reintroduced 29 Sep (Congresswoman Rashida Tlaib) proposes new royalty paid directly from streaming services to artists, bypassing rights holders; France implemented VAT-based streaming tax for artist development.
- Algorithmic curation optimizes for engagement over cultural value—Spotify aims to reduce cognitive work, pushing cheaper-to-license content; listeners experience decision paralysis and skip behavior instead of deep engagement.
- Gen Z rejecting tech dependence: Teen Luddite clubs forming in NYC; younger generation aware of dopamine effects and sustainability issues, seeking physical collections and community radio alternatives.
Full Summary
Industry Context
- 800 million global music streaming subscribers generate $30 billion in annual recorded music revenue
- Streaming contributes $20.5 billion (68% of total)
- Streaming now culturally synonymous with music consumption despite multiple methods existing
Streaming Model CriticismsLiz Pelley's Concerns
- Musicians receive penny fractions with no transparency in contract negotiations or algorithmic recommendations
- Unfair practices like discovery mode treat artists as customers rather than value creators
- Major labels, particularly Lucian Grainge and Universal Music Group, have outsized influence over streaming 2.0
- Listener and musician impacts are interconnected
- Services restrict listening control and push cheaper-to-license material
- Creates downstream implications for AI content and algorithmic listening
Johann Scherer's Concerns
- Streaming saved major labels but not indie labels or artists, concentrating wealth at the top
- Value chain broke when 500 million Spotify listeners accessed music without payment
- Previously purchasing forced value assignment
- Now concerts feel expensive when music has no price tag
- Cultural heritage at risk when relying on proprietary platforms rather than owning music
- If Spotify goes offline, personal and cultural heritage is lost
Impact on Listeners and CultureListener Experience
- Overwhelming choice creates paralysis, leading to skipping rather than deep engagement
- Frictionless curation reduces cognitive engagement
- Spotify aims to reduce cognitive work, essentially encouraging users to think less about music
- Algorithms optimize for engagement metrics, not cultural value, unlike community radio or friend recommendations
- Free tiers predominate, focusing on non-challenging content to maximize listen time
Generational Shifts
- Gen Z shows resistance to technology dependence
- Teen Luddite clubs forming in NYC to read poetry and avoid phones
- Young people recognize dopamine effects and sustainability issues with digital consumption
- Younger artists on family accounts not adopting their own subscriptions
Impact on Artists
- Independent labels laying off staff due to Spotify's 1,000-stream demonetization threshold despite macro revenue growth
- Artists confused about income generation, with live sector suffering from lack of initial value assignment
- Young bands asking how to optimize for Spotify risk creating platform-specific content that becomes obsolete
- Major label negotiating power fundamental to streaming model negates idea of leveled playing field
Alternative ModelsArtist-Run Platforms and Strategies
- Bandcamp successful for direct purchases; NINA Protocol and Subvert.fm emerging as artist-run alternatives
- Godspeed You! Black Emperor and King Gizzard & the Lizard Wizard topped Bandcamp charts after leaving Spotify
- International Anthem withholds streaming for first month, forcing dedicated fans to purchase directly
- DIY strategy: release singles on streaming but require direct purchase for albums
- Selling ten records directly generates more revenue than streaming equivalent
Platform Innovations
- Deezer piloted artist-centric royalties and labeled AI-generated music to deprioritize it
- MyPay targets listeners who value convenience but care about artists, building on top of streaming rather than fixing it
Solutions and Future DirectionsPolicy and Regulation
- Living Wage for Musicians Act reintroduced September 29th by Congresswoman Rashida Tlaib and United Musicians and Allied Workers
- Proposes new royalty going directly from streaming services to artists
- French approach uses VAT-based streaming tax for artist development
Consumer Behavior and Education
- Growing awareness since 2020 pandemic that direct support through Bandcamp and merch is more effective
- Artists must signal preferred support methods through platform prioritization on link trees
- For independent music scenes, solution is straightforward: buy records, listen to community radio
- Building collection culture creates different relationship to music than passive streaming
Technology Development
- Independent music retail expanding digital sales beyond Bandcamp to avoid concentration risk
- Technology should serve artists through decentralized or artist-controlled platforms
- Streaming dominance not inevitable despite feeling monolithic
- Previous technologies like cassettes, MiniDisc, and iTunes felt permanent but changed
Key Debates
- Financial versus cultural devaluing of music
- Beyond low payments, music recast as playlist fodder affects relationships to specific records
- Labor invisibility from instant availability prevents understanding of creation effort
- Public archives can preserve access while respecting cultural importance
- Gen Z shift possible as young people recognize negative technology effects and seek alternatives
Darum ging's
- Instagram Trial Reels zeigen innerhalb von 24–48 h Performance außerhalb der Follower-Basis und ermöglichen risikoarmes Testen; neue Features sofort nutzen, da der Algorithmus sie bevorzugt pusht.
- Community statt Audience: Langfristige Loyalität entsteht durch aktive Partizipation (Polls, Q&As, Fan-Spotlights, Reposts von Fan-Content) – Engagement-Signale wie Comments sind aussagekräftiger als Likes oder Follower-Zahlen.
- Authentizität schlägt Produktion: Plattformnativer Smartphone-Content mit starkem Hook in den ersten Sekunden funktioniert mindestens so gut wie hochproduzierte Videos; Perspektivwechsel-Frage: „Würde ich das selbst mit Freunden teilen?"
- Daten-Monitoring ist Management-Aufgabe, nicht die des Artists – kontinuierliches Tracking kann mental schädlich sein; Learnings aus Flops ziehen (Retention, Absprungrate analysieren), aber emotional nicht investieren.
- Konsistenz ohne Burnout: 1–2 Plattformen fokussiert bespielen, regelmäßige Lebenszeichen (auch nur Stories) wichtiger als tägliches Posting; DISARSTAR generierte 50 000 neue Instagram-Follower organisch durch strukturierte Wochenpläne mit bewährten Formaten (Lipsyncs, Slideshows).
Zusammenfassung der Session
Bedeutung von Social Media für Künstler
- Social Media hat sich vom Social Graph zum Content Graph entwickelt, besonders durch TikTok und Instagram Reels.
- Nutzer sehen Inhalte basierend auf Algorithmus-Vorhersagen statt nur von gefolgten Personen.
- Dies ermöglicht Artists, neue Hörer ohne bestehende Followerschaft zu erreichen.
- Content ist Currency für Reichweite, Awareness und Brand-Kooperationen.
- Artists können ihre Geschichten direkt erzählen, ohne auf traditionelle Pressekanäle angewiesen zu sein.
Algorithmen verstehen und Reichweite aufbauen
- Wichtigste Metriken: Reichweite (Anzahl Personen), Impressionen (Häufigkeit), Engagement (Likes, Comments, Shares, Saves), Conversions (Streams, Merch, Tickets) und Retention (Sehdauer).
- Comments sind die aussagekräftigsten Engagement-Signale.
- Retention zeigt Absprungpunkte für zukünftige Optimierung.
- Neue Features sofort nutzen, da Plattformen diese bevorzugt pushen.
- Instagram Trial Reels: Content wird zunächst an zufällige Communities ausgespielt, Entscheidung zur Follower-Ausspielung innerhalb von 24-48 Stunden möglich.
- Plattformnativer Content ist entscheidend, hochproduzierte Videos sind nicht notwendig.
- Starke Hooks in den ersten Sekunden sind kritisch.
- Content muss shareable sein – Frage: Würde ich das meinen Freunden weiterleiten?
Von Audience zu Community
- Audience konsumiert passiv, Community interagiert aktiv und trägt Botschaft weiter.
- Follower-Anzahl ist Vanity-Metric ohne automatisches Engagement.
- Fan-Spotlights erzeugen Zusammengehörigkeitsgefühl.
- Engagement-Maßnahmen: Polls, Challenges, Q&As, Live-Sessions, Broadcast Channels.
- Awareness ist einfach, Loyalty schwer – Viral-Momente sind kurzfristig, nachhaltiger Fan-Aufbau erfordert konsistentes Storytelling.
- Besser 1-2 Plattformen fokussiert bespielen als überall präsent sein.
Content-Strategie und Storytelling
- Emotionale Aufladung wichtiger als technische Produktionsdetails.
- Authentizität ist essentiell, Zuschauer erkennen Unechtheit sofort.
- Behind-the-Scenes-Content und relatables Material funktionieren sehr gut.
- Micro-Content (tägliche Snippets) erzeugt FOMO, Macro-Content (große Ankündigungen) zeigt das größere Bild.
- Konsistenz bedeutet regelmäßige Lebenszeichen, nicht fünfmal täglich posten.
- Die ersten 20 Videos fühlen sich blöd an, irgendwann findet man seinen Style – Disziplin schlägt Kreativität.
- Content is King: Beste Strategie hilft nicht bei schlechtem Inhalt.
- ChatGPT kann bei Content-Ideation helfen.
Mentale Gesundheit und persönliche Grenzen
- Daten-Obsession kann schädlich sein, Balance ist essentiell.
- Management und Labels sollten Metriken übernehmen, damit Artists emotional nicht gebunden sind.
- Nicht funktionierende Videos sind Learnings, kein Versagen.
- "Post and Ghost" ist legitime Strategie zum Selbstschutz.
- DISARSTAR liest nicht alle DMs und selten YouTube-Kommentare.
- Privatsphäre-Grenzen setzen: DISARSTAR würde niemals Kindergesichter zeigen.
Künstlerperspektive: DISARSTAR
- 2014 noch Facebook-Fokus, heute ist Social Media Pflicht für professionelle Karriere.
- DISARSTAR postet nicht täglich, nur "wenn ich mäßig irgendwas zu posten hab".
- Pausen können der Sache "derbe guttun", aber je mehr man postet, desto höher die statistische Erfolgswahrscheinlichkeit.
- War ein Jahr komplett weg ohne Posts und Releases, fühlte sich "sehr, sehr, sehr, sehr gut" an.
- "Wenn man Kunst macht, die von Inhalten lebt, dann müssen ja auch erst mal wieder Dinge passieren."
- Ist politisch überzeugt und nimmt Kontroversen bewusst in Kauf.
- Früher impulsiver, heute kalkuliert: "Kann ich das morgen früh im anderen Vibe auch noch backen?"
- Hat "ganz stur und konsequent immer so gemacht, wie ich machen wollte" und Probleme in Kauf genommen.
- Neue Kampagne brachte 50.000 neue Instagram-Follower organisch (ca. ein Drittel der Gesamtfollower).
- Arbeitet mit Team (4 Music/Warner) an Wochenplänen mit festen Formaten (Lipsyncs, Slideshows).
Plattformspezifische Strategien
- Instagram: Trial Reels für risikoarmes Testing, Repost Feature für Authentizität, Stories als Low-Barrier-Option.
- TikTok: War Vorreiter der Discovery Engine, algorithm-driven statt follower-driven, beste organische Reichweite ohne Paid Media.
- YouTube: Ist definitiv Social Media mit Shorts, Community Tab, Shop-Integration, Live-Streaming – Hub für alles.
Daten-getriebenes Marketing vs. Kreativität
- Balance ist größte Herausforderung laut Peggy Adamu.
- Labels sollten auf Daten schauen, damit Artists diese Hürde nicht selbst tragen.
- Test and Learn Mentalität: Analysieren, wo Leute abspringen, was inhaltlich nicht passt.
Zusammenarbeit zwischen Artists, Management und Labels
- Label/Management übernimmt Daten-Monitoring ohne Vorwürfe bei schlechter Performance.
- Peggy Adamu: "Wir können wirklich super nahbar mit dir zusammen zum Beispiel jetzt auch wirklich an einem Plan arbeiten."
- Trigger-Punkte identifizieren für Following-Wachstum.
Anforderungen für Newcomer-Artists
- "Dead on Arrival"-Phänomen ohne Story/Kontext ist real.
- DISARSTAR war auch "dead on arrival", hat aber "einfach drauf geschissen und weitergemacht".
- Jeder hat eine Geschichte, diese braucht aber Zeit und authentische Kommunikation.
Strategische Überlegungen und Mindset
- Strategisch denken, viel experimentieren, neue Features testen.
- Authentizität bewahren, Zuschauer spüren Unechtheit sofort.
- Disziplin und Frustrationstoleranz wichtiger als ständige Kreativität.
- Nicht alles auf allen Plattformen machen, 1-2 Plattformen fokussiert bespielen.
Direkt-zu-Fan-Kanäle und CRM
- DISARSTAR macht keine WhatsApp-Gruppen oder Broadcast Channels, sieht keinen Bedarf.
- Peggy Adamu: "Allgemein muss es halt Sinn machen, ne?" – Nicht alles machen müssen.
- USA offener für Paywall-Content und Subscriptions, Deutschland konservativer und skeptischer.
- Community-Plattformen wie Discord brauchen Moderation gegen Hate Speech.
Wünschenswerte Entwicklungen
- Mehr Künstler sollten politische Haltung zeigen aber nicht alle müssen das.
- DISARSTAR: "Ich wünsch mir, dass viele weitere Leute [von meinen Überzeugungen] überzeugt sehe."
- Broadcast Channels und CRM-Tools noch nicht mainstream in Deutschland wie in USA.
Darum ging's
- Ticketing hat sich in 20 Jahren von lokalen Einzelveranstaltungen zu datengesteuerten, überregionalen Touren entwickelt – Ziel ist, echte Fans am ersten Tag zu erreichen, um Peak-Awareness zu erzeugen und Multiplikator-Effekt auszulösen; Eventim-App soll von derzeit 6–7 Mio. auf 20–25 Mio. Installs wachsen, da Push-Mitteilungen E-Mails übertreffen.
- Größte Herausforderung: Lücke zwischen Streaming-Zahlen und Ticketverkäufen – Artist mit 50 Mio. monatlichen Spotify-Hörern verkauft nur 750 Tickets (Columbiahalle Berlin); durchschnittlicher Ticketkauf erfolgt 153 Tage im Voraus, ist emotionale Entscheidung für durchschnittlich 2,5 Personen und nicht rückgabefähig, daher ist sofortiger Checkout-Impuls entscheidend.
- Tickets sind Post-Pandemie zum Luxusgut geworden – Fans geben mehr aus und gehen häufiger zu Konzerten, aber Familie zahlt z. B. 350 € für 5 Tickets, was große Gesellschaftsteile ausschließt; Social-Ticketing-Initiative (Bundesvereinigung kulturelle Teilhabe) verteilt Freitickets über App, Praxis zeigt gute Akzeptanz, aber Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft.
- Newcomer-Förderung und Preisgestaltung bleiben Baustellen – Selbst mit Ticketing-Unterstützung müssen Fans erst vom Künstler erfahren (via Social-Media-Snippets statt TV-Auftritte); riesige Preissprünge über Tourneen hinweg verwirren Fans; Vorschläge umfassen Comedy-Punkte-System, Club-Euro-Topf und datengestützte Preisempfehlungen für vergleichbare Acts.
- Nächste Schritte: Eventim Pass als Zukunftsprodukt, engerer Schulterschluss zwischen Ticketing und Künstler-Management – digitales Ticket kennt nicht nur Käufer, sondern auch Besucher/Fan für besseres Targeting; Heidrun Buchmaier fordert regelmäßigeren Datenaustausch (Kaufzeitpunkt, Abbruchrate, Effekt von Netz-Aktionen) und gemeinsame Werbeaktionen für Newcomer; Dateneigentum-Fragen noch ungeklärt.
Zusammenfassung der Session
Panelteilnehmende und Perspektiven
- Karsten Elbrecht arbeitet seit 20 Jahren im Ticketing, zuvor bei Telekom-Unternehmen (OpenBC/Xing) in Sales und Marketing
- Heidrun Buchmaier ist seit 25 Jahren im Comedy Management tätig und vertritt kleinere bis mittlere Künstler
- Philipp Jacob-Pahl gründete Budde Talent Agency mit 360-Grad-Modell und vertritt sowohl Künstler als auch Veranstalter-Perspektive
Evolution des Ticketing-Geschäfts
- Heidrun Buchmaier beschreibt frühere Praxis: Künstler und Veranstalter legten Preise fest, danach erfolgte Marketing über Guerilla-Maßnahmen wie Flyer und Plakate
- Karsten Elbrecht dokumentiert Paradigmenwechsel der letzten 20 Jahre vom lokalen Einzelevent zur überregionalen Tour
- Ticketing-Plattformen bieten heute Datenschätze mit Fan-Newslettern und präziser Zielgruppenansprache
- Ticketing und Marketing sind heute eng verwoben statt getrennt
Marketing und Ticketing-IntegrationDatengesteuerte Strategien
- Karsten Elbrecht erläutert zentrale Strategie: Kernfans am ersten Tag erreichen, um Peak-Awareness zu erzeugen
- Viele Tickets am ersten Tag schaffen hohen Peak und stabiles Plateau, da Kernfans als Multiplikatoren wirken
- Datenschatz ermöglicht gezielte Ansprache von Millionen App-Nutzern via Push-Mitteilungen (da E-Mails von KI gefiltert werden)
- Kaufverhalten variiert nach Preissegment:
- Teure Tickets (150-300€) werden 300+ Tage im Voraus gekauft und erfordern Budgetplanung
- Günstige Tickets (20-25€) werden spontaner gekauft
- Durchschnittlicher Ticketkauf erfolgt 153 Tage im Voraus
Koordination und Herausforderungen
- Karsten Elbrecht beschreibt neue Komplexität: Social Media, klassische Online-Werbung und Out-of-Home müssen orchestriert werden, um Streuverluste zu vermeiden
- Philipp Jacob-Pahl kritisiert zerfahrene Situation: Etablierte Artists können über PayPal direkt Geld sammeln, kleinere sind auf Ticketing-Strukturen angewiesen
- Heidrun Buchmaier ergänzt: TV-Shows brachten früher automatisch Ticketverkäufe, heute müssen Künstler Short-Form-Content (Reels, Snippets) produzieren für Awareness
Künstlerentwicklung Erfolgsbeispiel Kristall
- Heidrun Buchmaier berichtet: Viraler TV-Hype machte Kristall bekannt, aber nach Corona funktionierte TV nicht mehr
- Kristall nutzte Social-Media-Strategie mit 30-60 Sekunden Snippets, was finanzielle Investition erforderte (Film, Schnitt, Operatoren)
- Eventim unterstützte mit Reichweite und Social-Media-Kampagnen im HSV-Stadion
- Kombination führte zu Stadion-Show
Newcomer-Herausforderungen
- Karsten Elbrecht erklärt: Newcomer nutzen ähnliches Prinzip wie große Acts, aber mit anderen Daten und kürzeren Kaufzyklen
- Heidrun Buchmaier beschreibt zentrale Challenge: Unabhängig von Ticketing-Support müssen Fans erst vom Künstler erfahren
- Bei großen Acts funktioniert Ticketing als Super-Tool, bei kleineren braucht es Mehrarbeit im Vorfeld
- Karsten Elbrecht betont gemeinsames Ziel: Kleine Acts entwickeln, damit Künstler davon leben können (wichtig für alle Geschäftsmodelle)
Fan-Verhalten und Konvertierung
- Philipp Jacob-Pahl identifiziert großes Problem: Lücke zwischen Streaming-Zahlen und Ticketverkäufen
- Beispiel: 50 Millionen monatliche Spotify-Hörer, aber nur 750 verkaufte Tickets in Columbiahalle Berlin
- Früher kauften Fans 17€-Alben, heute erschwert kostenloses Streaming den Verkaufsimpuls für 40-50€ Clubkonzerte
- Karsten Elbrecht erklärt psychologische Komplexität des Ticketkaufs:
- Emotionaler Kauf für Erlebnis mit durchschnittlich 2,5 Tickets pro Warenkorb fast ein Jahr im Voraus
- Ticket kann nicht zurückgegeben werden, Leben muss organisiert werden
- Bei Verschiebung der Entscheidung wird Kauf oft vergessen, daher ist sofortiger Checkout zentral
- FOMO-Effekt führt zu Impuls-Entscheidungen für mehrere hundert Euro bei Blockbustern
Preisgestaltung und ZugänglichkeitPreisstrategie und Dynamic Pricing
- Heidrun Buchmaier beschreibt Probleme bei Tourneen: Inhouse-Veranstalter finden Künstler-Preise zu hoch, freie Veranstalter zu niedrig, was zu verwirrenden Preissprüngen führt
- Karsten Elbrecht erklärt zukünftige datengestützte Preisempfehlungen:
- Vergleich mit ähnlichen Acts zur Preisoptimierung
- Identifikation fehlender Tour-Städte
- Optimierung von Saalplan-Preiskategorien
- Beispiel internationale Praxis: 10€ Aufschlag für Randplätze (analog zu Flugzeug-Notausgang)
Finanzielle Barrieren und Post-Pandemie-Trend
- Philipp Jacob-Pahl kritisiert: Ticketing wurde zum Luxusgut, Familie mit 5 Tickets zahlt 350€
- Karsten Elbrecht beschreibt Post-Pandemie-Phänomen: Fans geben mehr aus und gehen häufiger zu Konzerten
- Sektor wächst, Menschen wollen Live-Erlebnisse
- Aber: Gesellschaftliche Schere vergrößert sich
Social Ticketing
- Philipp Jacob-Pahl betont moralische und wirtschaftliche Wichtigkeit: Neue Publikumsgruppen gewinnen und "anerziehen"
- Berichtet von "Bundesvereinigung kulturelle Teilhabe": Steuert Tafeln und Kulturvereine bundesweit, verteilt Freitickets über App an Bedürftige
- Wird gut angenommen, könnte aber besser sein, manche Freitickets bleiben liegen
- Eigene Praxis: 50 Tickets pro Show über 23 Shows als Social Tickets reserviert
- Heidrun Buchmaier beschreibt Comedy-Praxis: Organisationen (z.B. Jugendbetreuung) melden sich an, Agentur gibt Tickets proaktiv
- Idee: Comedy-Punkte-System (Punkte beim Kauf großer Künstler sammeln für Rabatt auf kleinere Acts)
- Club-Euro-Konzept aus Ausland: Größere Häuser zahlen in Topf für kleinere Theater, die Künstleraufbau betreiben
- Philipp Jacob-Pahl diskutiert Abo-Modell für Konzerte (15-20€/Monat):
- Problem: Abo lebt davon, dass es nicht genutzt wird (wie Fitnessstudio)
- Recorded-Industry hat nur 4,5% Artist-Income von Stream/Recording vs. 50% von Live-Performances, daher höherer Druck auf Live
- Karsten Elbrecht warnt vor Abo-Optimismus: Viele Film-Abo-Versuche gescheitert, Markt ist sehr heterogen (20-30% große Veranstalter, Rest 4-15 Personen)
- Schlägt vor: Nicht nur unverkaufte Tickets nutzen, sondern bei Top-Veranstaltungen Menschen mit weniger Mitteln Zugang geben (Tickets haben keine Grenzkosten)
- Braucht Initiative und gemeinsames Handeln aller Partner
Technologische Entwicklungen und ZukunftDigitale Tickets und Apps
- Philipp Jacob-Pahl wünscht Siri-Integration: Playlist hören → Song erkennen → Tour-Termin zeigen → Ticket kaufen
- Karsten Elbrecht kündigt Eventim Pass als großes Zukunftsprodukt an:
- Digitales Ticket reduziert Schwarzmarkt auf null
- Identifiziert nicht nur Käufer, sondern auch Besucher (bei App-Nutzung beim Einlass)
- Ermöglicht besseres Targeting und personalisierte Ansprache
- Ziel: 20-25 Millionen App-Installs (aktuell 6-7 Millionen), da Push besser funktioniert als E-Mails
- Betonung auf kurzen, vereinfachten Checkout (viele Online-Shops verlieren Kunden bei Zahlungsinformation)
KI-Anwendungen
- Johannes Everke erwähnt: KI beeinflusst Ticketing massiv, Google-Suche verändert sich, alte Funktionswege funktionieren morgen nicht mehr
- Karsten Elbrecht nennt KI-Elemente für Empfehlungen (Preis, Saalplan, ähnliche Acts) und betont Fokus auf Kernaufgabe: Hallen/Clubs/Stadien füllen
Zentrale Erkenntnisse und offene Punkte
- Heidrun Buchmaier identifiziert Bedarf für größeren Schulterschluss zwischen Ticketing und Künstler-Management:
- Austausch findet selten statt
- Management braucht Daten: Kaufzeitpunkt, Abbruchrate, Effekt von Netz-Aktionen
- Wunsch: Gemeinsame Werbeaktionen für Newcomer, mehr Ressourcen-Zusammenarbeit, häufigere Eventim-Newsletter-Nutzung für Newcomer
- Karsten Elbrecht identifiziert Hausaufgaben:
- Social Ticketing größer denken mit vielen Partnern
- Eventim Pass und App-Verbreiterung als Schlüssel-Produkte
- Kernservice: Mehr Menschen zu Veranstaltungen bringen trotz KI-bedingter Veränderungen
- Philipp Jacob-Pahl fasst zusammen: Ticketing erfüllt Anforderungen gut, aber Dateneigentum-Fragen brauchen mehr Aufmerksamkeit (Aufgabe für Branchenverbände)
Executive Summary
- 1.57 billion paid directly to artists via Bandcamp's fan-support model over 17 years, averaging 75,000 records sold daily and 82% revenue share to creators; Bandcamp Fridays (next: 3 Oct & 5 Dec) waive all fees and historically drive $2–4M per day to artists.
- Authenticity and process-sharing drive engagement: Ines grew to 900K TikTok and 800K+ Instagram followers by sharing her creative journey (not just finished work) and North African identity; ignores algorithm fluctuations and posts at 2 AM when inspired, funding her work through 100+ annual concerts at Latifah Entertainment.
- OPIA's 5,200-member Discord self-organizes listening parties, composer challenges (compiled onto the label), and monthly live feedback sessions; community-initiated magazine united 8 strangers across 4 continents with OPIA providing financial backing to print.
- She Said So (nonprofit, free events) serves women/non-binary music professionals via WhatsApp subgroups (jobs, parents, juniors, seniors), unconscious-bias training for execs (male colleague required), and sponsorships—though DE&I budget cuts complicate funding; now supplementing with grants.
- Start small and talk to your audience: build from friends/network first, meet people on platforms they already use (email, WhatsApp, Discord, Bandcamp), post frequently for visibility before refining quality, and continuously ask your community what they need rather than guessing.
Full Summary
Community FundamentalsDefinition and Core Principles
- Communities differ fundamentally from audiences through active participation versus passive consumption
- Communities unite around shared values, interests, and identity with two-way dialogue at their center
- Music has always embodied community elements of identity, purpose, exchange, and shared experience
- Communities offer independence from algorithmic control, direct creator income streams, and lasting impact through genuine connection
- Function like a living room rather than a stadium—safe spaces for real conversations and relationships
Why Communities Matter
- People are increasingly fatigued with endless scrolling and seeking meaningful connections
- Artists face worsening algorithm dependence as AI-generated content proliferates
- Communities provide direct audience relationships and sustainable financial opportunities
Community Building ApproachesInes - Social Media & Authenticity
- Breakthrough came from showing authentic self, including North African heritage, rather than just technical dance skills
- Sharing creative process beyond finished products dramatically increased engagement
- Built massive following: nearly 900,000 on TikTok, 800,000-900,000 on Instagram, several hundred thousand on YouTube
- Distances emotionally from metrics to maintain mental health
- Videos sometimes get 500 likes versus normal 10,000+, but 500,000+ views with 1,000-2,000 likes shows authentic interest
- Doesn't remove underperforming videos as content can go viral months later
- Manages social media entirely herself without comment moderation
- Ignores harassment ranging from negative comments to death threats
- Faces additional targeted harassment as a North African woman regarding appearance, hair, and cultural representation
- Uses platform as role model for people like her younger self with natural hair and unconventional presentation
- Authenticity is core strategy—posts same content across platforms, doesn't overthink timing, sometimes posts at 2 AM
- Social media drives attention to actual revenue streams
- Works as assistant CEO at Latifah Entertainment, producing 100+ concerts annually in underground hip-hop
- Company work funds equipment upgrades and travel to community locations like Morocco
OPIA - Multi-format Community Hub
- Operates as traveling festival series, record label, and community hub simultaneously
- Founded magazine through open call where eight strangers from different countries created something together on Zoom
- OPIA's role was nurturing and providing financial support to print
- Global community with traveling festivals bringing experiences to different regions for environmental purposes
- Discord is primary platform with 5,200 members
- Hosts listening parties, composer challenges, and feedback sessions
- Monthly live feedback sessions started as community-initiated idea where members review half-finished works
- Community largely self-organizes with OPIA amplifying where possible, like releasing compiled work on label
- Moderation primarily by one person with moderator support
- No hate speech incidents have occurred
- Most moderation involves supportive requests for more content in specific channels
- Does one to two festivals per year plus smaller events for in-person connection
She Said So - Network-based Community
- Global community of women and gender-nonconforming people in music industry, started 10-12 years ago
- Amsterdam chapter revived two years ago after being dormant
- Passionate about mentorship and unconscious bias training for top executives, requiring they bring male colleagues
- Intentionally includes men as part of the solution to avoid echo chambers
- Different demographics have different needs
- Younger people seek networking and learning
- Mid-career professionals (10-15+ years) want peer support
- Senior women describe feeling lonely at the top and need understanding of their specific challenges
- Structured as nonprofit foundation ensuring all programming is free
- Finances through sponsorship packages and grants, though DE&I program closures make sponsorship challenging
- Grant writing requires significant time and skill
- Uses WhatsApp community groups with subgroups organized by function
- Dedicated jobs group, parent group, junior group, senior group
- Surprisingly effective despite seeming informal
- Learned to ignore external opinions about programming and focus on actual community needs
- One senior figure dismissed interest in fertility and parenthood topics, but women at that life stage expressed strong need
Bandcamp - Direct Fan Support Platform
- Global community of passionate fans directly supporting artists and labels
- Existed 17 years; fans have paid $1.57 billion directly to artists and labels
- Sells 75,000 records daily on average
- Core differentiator is direct fan-to-artist connection with full data access
- Artists receive 82% of revenue on normal days (90% on physical sales, 85% on digital, dropping to 90% after reaching $5K annually)
- Uses no algorithms or AI, relying on human connection and active participation
- Artists build communities through unique profiles, merchandise sales, and community messaging feature
- Listening parties allow artists and fans to experience albums together with direct chat interaction
- Bandcamp Fridays initiative started March 2020
- Bandcamp waives all fees on selected Fridays throughout the yea
- Next dates: October 3rd and December 5th
- Generates $2-4 million in one day directly to artists over five-year history
- Bandcamp Daily editorial arm helps discovery through curated listings
- All fans of featured artists get notified, creating snowball discovery effect
- Recent developments include Bandcamp Clubs (subscription-based, five genres, curator-led) and fan-created playlists
- Continuous improvements planned for seller tools, platform technical updates, and payment options
Community Management & EngagementTools and Platforms
- Platform selection depends on mission and where target community already exists
- Instagram for visual creators, Bandcamp for music, Substack for literary, email for fundamentals
- Discord for complex multi-event communities but not for everyone
- In-person events irreplaceable for human connection
- Goal is making joining as easy as possible by meeting people where they are
Content Strategy and Interaction
- Authenticity is paramount—all four panelists emphasized this
- Share identity, background, and personal elements alongside professional work
- Take people on creative journey, not just finished products
- Active social engagement required beyond just uploading content
- Answer questions frequently, send thank you messages, share personal updates
- Listening parties serve dual purpose of engagement and community building with real-time dialogue
- Encourage and enable community self-organization
- OPIA community creates hangouts without management involvement
- Company role is supporting, amplifying, and creating platforms for scaling community work
- Clear policies for common requests help manage workload
Handling Scale and Mental Health
- Drawing boundaries essential for personal wellbeing
- Turn off notifications to manage constant communication
- Create space for other work and personal life
- Harassment inevitable at scale, particularly intense for women and minorities
- Comments range from criticism to death threats
- Additional layers for women from minority communities regarding appearance, hair, cultural appropriateness
- Mental health strategies include distancing emotionally from metrics, not taking algorithm performance personally, and ignoring toxic responses rather than engaging
- Being unapologetically visible despite criticism is important
- Ines's mother taught her that if you're not triggering people, you're not standing for anything
- Good moderation creates positive environments
- OPIA experienced no hate speech incidents despite thousands of members with clear guidelines
Financial ModelsRevenue Streams
- Bandcamp's direct fan support: $1.57 billion to artists over 17 years
- 20% of sales generated through community word-of-mouth
- Multiple income mechanisms: digital, physical, merchandise, subscriptions
- Bandcamp Fridays generate $2-4 million per day
- She Said So nonprofit model uses sponsorship packages and grants
- All events free for participants; speakers and contributors paid from sponsorship
- OPIA hybrid model with festival operations, venue partnerships, and corporate sponsorships
- Nordic grant structures with government investment in culture
- Ines's creator model uses social media as marketing tool
- Income from concert business producing 100+ concerts annually
- Exploring alternative distribution beyond Spotify
Sustainability Approaches
- Direct-to-fan models reduce platform dependence with Bandcamp providing tools for direct contact
- Diversifying revenue streams essential—multiple channels create resilience
- Investing in community creates compounding returns through loyalty sustaining through algorithm changes
- Community members promote to each other—20% of Bandcamp sales through word-of-mouth
Getting Started with CommunitiesInitial Steps
- Talk directly to potential members to understand needs and motivations
- Identify what's missing in existing communities
- Understand different demographics have different needs
- Start with people you already know rather than strangers, building from core trust group
- Create visibility first through frequent, consistent posting (daily if possible)
- Quantity matters initially for discovery opportunities
- Shift to quality improvement once audience established
- Batch content creation to maintain consistency
- Choose platform where target community already spends time to reduce friction
Platform Selection
- Consider where target audience already congregates and identify existing entry points
- Find community hub or meeting place—can be as simple as good mailing list
- Doesn't require complexity; email lists and social media can be sufficient
- Purpose is enabling direct communication
- Specific tool less important than serving community needs
- Continuously assess whether platforms serve needs and add complementary tools as community grows
- Community feedback should guide platform decisions
Darum ging's
- GEMA hat weltweit erste Klagen gegen OpenAI und Suno AI eingereicht, Verhandlung gegen OpenAI in 10 Tagen, gegen Suno voraussichtlich Anfang 2026; beide Unternehmen geben zu, mit GEMA-Repertoire trainiert zu haben, streiten aber Urheberrechtsverletzung ab.
- 30 % aller Streaming-Uploads sind KI-generiert (nur detektierbare Inhalte), verschärft durch Prorata-System sinken Künstler-Auszahlungen weiter; GEMA-Studie prognostiziert 27 % Einnahmeausfälle bis 2028 ohne Vergütungsmodell.
- GEMA-Lizenzmodell fordert Vergütung bei Output-Generierung, nicht nur beim Training; Ziel ist keine Blockade von KI, sondern faire Partizipation der Urheber an wirtschaftlichen Vorteilen.
- 35 % der GEMA-Mitglieder nutzen KI kreativ (bei unter 30-Jährigen über 50 %), aber massive Unsicherheit herrscht ab wann urheberrechtlicher Schutz entfällt; einfacher Prompt reicht nicht, komplexe kreative Entscheidungen wahrscheinlich schon.
- EU AI Act-Transparenzpflichten enttäuschend umgesetzt: Unternehmen müssen nur Top-10-Webseiten nennen, keine einzelnen Werke offenlegen; GEMA fordert Paradigmenwechsel von Subventionen zu Schutz funktionierender Wertschöpfungsketten.
Zusammenfassung der Session
Überblick zum Panel
- Panel zum Thema KI in der Musikwelt beim Reeperbahn-Festival mit Fokus auf Urheberrechte, Künstlerunterstützung und Regulierung
- GEMA hat weltweit beachtete Musterverfahren gegen Suno AI und OpenAI entwickelt
KI als Sprunginnovation im kreativen Schaffen
- Balbina nutzt KI primär nicht im Kernmusikschaffensprozess, arbeitet aber experimentell mit Midjourney und Luma
- Hat zu aktuellem Album ein visuelles Album mit KI in Kombination mit analoger Technik produziert
- Erzeugung von Avataren in spezifischen Szenarien, die anschließend durch Polaroid analogisiert wurden
- Hat zu aktuellem Album ein visuelles Album mit KI in Kombination mit analoger Technik produziert
Wahrgenommene Bedrohung durch KI
- Balbina empfindet Bedrohung als Konsequenz politischer Entscheidungen seit 2018/2019
- Kritik an EU-Direktive und deutschem Sonderweg, der Musik unter 15 Sekunden als urheberrechtlich nicht geschützt einstufte
KI-Nutzung in der GEMA
- GEMA nutzt KI in standardisierten Prozessen beim Monitoring, bei Musikerkennung und beim Ergänzen von Setlisten
- Eigens trainierter Chatbot auf GEMA-Webseite mit GEMA-Daten
GEMA-Studie zur KI-Nutzung
- Gemeinsame Studie mit französischer SACEM vor anderthalb Jahren
- 35% der GEMA-Mitglieder nutzen KI für kreativen Prozess, bei jüngeren Künstlern über 50%
- Prognostiziert Einnahmeausfälle von 27% bis 2028 ohne Vergütungsmodell
AI-generierte Inhalte im Streaming
- 30% der Uploads auf Streaming-Plattformen werden als KI-generiert detektiert, Dunkelziffer deutlich höher
- Verschärfung durch Prorata-System: KI-Musik wird monetarisiert und senkt Auszahlungsquoten für legitime Künstler
- Unter 1% der Spotify-Künstler verdienen 90% der Gesamteinnahmen
- Verschärfung durch Prorata-System: KI-Musik wird monetarisiert und senkt Auszahlungsquoten für legitime Künstler
Ambivalente Künstlerhaltung zu KI
- Großer Teil der Künstler reagiert mit Verdrängung, zweiter Teil arbeitet proaktiv mit KI
- Sehr großer Anteil empfindet Gefühl der völligen Ersetzung durch KI
GEMA-Lizenzmodell für KI
- GEMA war erste Verwertungsgesellschaft weltweit mit einem Lizenzmodell
- Zwei Säulen: Partizipation bei wirtschaftlichen Vorteilen und Vergütungspflicht an Output-Generierung gekoppelt
Klage gegen OpenAI
- ChatGPT gab GEMA-Liedtexte eins zu eins aus (z.B. Bochum von Herbert Grönemeyer)
- GEMA interpretiert dies als Beweis für Training mit diesen Lyrics
- Klage vor Landgericht München eingereicht, mündliche Verhandlung in zehn Tagen
- OpenAI gibt zu, dass ChatGPT mit Lyrics von GEMA-Mitgliedern trainiert wurde
- Streitpunkt: Ob Urheberrecht diese Nutzung erfasst
Klage gegen Suno AI
- Eingabe von GEMA-Repertoire-Liedtexten führte zur Reproduktion von Originalaufnahmen (z.B. Helene Fischer waren deutlich erkennbar)
- Klage im Januar dieses Jahres eingereicht, derzeit im Schriftsatzaustausch
- Mündliche Verhandlung voraussichtlich Anfang nächsten Jahres
Ziele der Gerichtsverfahren
- GEMA will KI nicht verhindern, sondern Vergütung der Urheber durchsetze
- Tech-Unternehmen folgen derzeit Risk-Abwägung: Ohne Lizenz ist finanzielle Kalkulation günstiger
- Hoffnung auf schnelle Rechtsklärung bis zum Europäischen Gerichtshof
- Würde Rechtslage für ganz Europa klären
Text-and-Data-Mining-Ausnahmeregelung
- TDM-Schranke erlaubt Training, solange Urheber nicht widersprochen hat
- GEMA forderte damals Vergütungspflicht, die nicht durchgesetzt wurde
- Widerspruchmöglichkeit technisch unmöglich pro Werk
EU-AI-Act und Transparenzanforderungen
- AI Act ist Ordnungsrecht, nicht urheberrechtliche Regelung
- GEMA trug dazu bei, urheberrechtliche Regelungen zu integrieren
- Enttäuschende Implementierung: Unternehmen müssen nur zehn häufigste Webseiten nennen, keine konkreten Werke
- Überraschende Ausnahmen für Text-KI: Trainingsdaten-Transparenzverpflichtungen fallen weg
Synthetische Daten und Verfolgbarkeit
- Wiedervewendung von KI-Output zum Training neuer Systeme führt zu Verlust des Bezugs zum menschlichen Ursprung
- Mögliche Lösung: Verteilungsmodelle für Fälle, wo direkte Zurückführung nicht mehr möglich ist
- Position: Vergütungspflicht bleibt bestehen, auch wenn ursprüngliche Schöpfer nicht identifizierbar
Unsicherheit bei eigener KI-Nutzung
- Künstler wissen nicht, ab wann sie nicht mehr als Urheber gelten
- Hemmt kreativen Prozess trotz Interesse
- Juristisches Verständnis: Einfacher Prompt reicht nicht für urheberrechtlichen Schutz, komplexe creative decisions wahrscheinlich schon
- Balbina erwartet in 10 Jahren klare Definitionen zwischen KI-Künstlerinnen und Spam-Bots
Kritik an Subventionsmodell
- Balbina fordert Paradigmenwechsel: Schutz von Wertschöpfungsketten statt Subventionen
- Mehrheit der Popmusiker wünscht faire Monetarisierung ihrer Werke, nicht Subventionen
- Politik kritisiert Urheberrecht als Innovationshemmnis, während Abbau von Wertschöpfungsketten zu Subventionszwang führt