Portrait Anna von Hausswolff
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Anna von Hauss­wolff

Concert
Alternative
SE

An den Abbruchkanten von Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und Vision hat Anna von Hausswolff eine singuläre Stellung als Grenzgängerin zeitgenössischer Klänge inne. Die schwedische Sängerin und Komponistin ist mit ebenso zutiefst persönlichen wie metaphysischen Werk-Konzeptionen über die letzten 15 Jahre zu einer Ikone neoklassischer Musik gewachsen und schreckte dabei nie vor scheinbar unmöglichen Stilfusionen zurück. Ob im Wirbel sakraler Orgeln auf „Ceremony“ (2012) oder zwischen experimentellen Riffwänden auf „The Miraculous“ (2015): den postmodernen Liturgien ihrer Alben konnte sich schon am Beginn dieser ungewöhnlichen Laufbahn kaum jemand entziehen, der auch nur für fünf Minuten Gehör und Geist öffnete. Dass sie 2018 ihr vielfach gefeiertes opus magnum „Dead Magic“ veröffentlicht und im Anschluss auf „All Thoughts Fly“ (2020) trotzdem wieder gänzlich andere Wege einschlägt, zeugt von einer Künstlerin frei von jeder Erwartungshaltung, abseits des Trendgeschehens, für die jede neue musikalische Expression eine Haut ist, die es abzustreifen gilt. Visionär und furchtlos steht sie so allein auf weiter Flur, besingt Himmel und Hölle – aber auch immer wieder das Leben dazwischen. Mit dem entrückenden Art-Rock-Epos „Iconoclasts“ (2025) schlägt Anna von Hausswolff so das nächste Kapitel einer beispiellosen künstlerischen Entwicklung auf und erschließt sich genau wie uns abermals eine Welt jenseits aller Hörgewohnheiten. Kosmisch, eklektisch, triumphal. Ein unvergleichliches Fest für die Sinne, erstmals nun bei uns in der Elbphilharmonie.

Image: Philip Svensson
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