
Pollyfromthedirt
Der Himmel grau wie Beton, ausgeschlachtete Karren liegen am Straßenrand, Teenager verzweifeln im digitalen Eskapismus während eine rechte Querfront das Land übernimmt – es ist wieder nur ein weiterer Dienstag im UK, wie Pollyfromthedirt ihn sieht. Der aus dem britischen Darlington stammende Songwriter und Soundtüftler channelt den resignierten Duktus von Elliott Smith, entdeckt die experimentelle Roughness von Dean Blunt und garniert das alles mit porösen Drum Machines und einer bestechenden DIY-Produktion. Es ist sozialkritisches Grass-Roots-Songwriting par excellence, das er etwa in Nummern wie „Theres No Such Thing As England“ (2025) oder „When England Comes“ (2026) meisterlich mit Hypnagogic Pop und einer beißenden Kritik am Thatcherismus fusioniert. Dass ihm der Status Quo auf der Insel gehörig gegen den Strich geht, bringt er auch mit seiner jüngsten Single „Don't Shoot Now“ (2026) entsprechend eloquent zum Ausdruck. Ein surrealer und extrem eigenwilliger Musiker, der politische und kulturelle Konventionen nicht nur ignoriert, sondern bewusst attackiert. Wir brauchen mehr davon, bitte.

