
REMOTE BONDAGE
Remote Bondage dominieren dich aus der Ferne, über deine Air Pods und erst recht lebendig auf der Bühne: Das Berliner Quintett zelebriert punktgenau provozierenden Punk mit einer Extraportion Empowerment jenseits der Klischees. Schon mit der Debüt-Single „Katze“ (2023) haben sie vor drei Jahren mal eben aus dem Stegreif einen Ohrwurm für all jene entworfen, die von übermotivierten Machos einfach die Schnauze voll haben. Irrwitzige Riffs, krachende Drums, dreistimmiger Gesang - es war der Startschuss einer Band, die seither mit Singles wie „Ronny“ (2024) oder der Debüt-EP „Wir kommen in die Hölle, aber wenigstens kommen wir“ (2024) roughen Pop mit düsterem Trash und Sex in die Riot-Grrrl-Tradition eingegliedert hat. Benannt wird, was abfuckt, ohne Zensur, ohne Kompromisse. Zwar darf der bissige Humor dabei nie fehlen, doch könnte das Anliegen von Remote Bondage kaum ernster sein. Auch auf ihrem dieses Jahr veröffentlichten ersten Album „Good Girl“ (2026) geht es um das taumelnde Patriarchat im Abendland, den permanent aufgezwungenen Krisenmodus des weiblichen Geschlechts aber auch um eine gangbare Exit-Strategie. Ausgeleuchtet von unfiltrierter Energie und zerkratzt von einer gesunden No-Fucks-Given-Attitüde, schlagen sie dieses Jahr endlich auch bei uns in Hamburg auf.
