
tosha
Tiefe Bässe rollen durch die Straßen vorbei an dunklen Fassaden, keine Laternen leuchten – nur die Stimme von tosha spendet etwas Licht. Zwischen Autotune und Deadpan intoniert die Rapperin scharfzüngige Lehren aus ihrer Biografie, spricht in urban-poetischen Bildern über hinausgezögerte Breakups wie in „Keine Phase“ oder philosophiert nüchtern über die Unwägbarkeiten von Ambitionen und Plänen in „Keiner weiß“ (2026). Es ist eine schlank geschnittene Form von Straßenrap, die sich durchtrainierter Trap-Beats und kristallklarer Produktion bedient, um eine zügellose Energie in jeden Track zu pumpen. Eine Gratwanderung zwischen Stärke und Verletzlichkeit, zwischen dem Mut auszusortieren und der Angst vor einem Neubeginn – nicht viele Künstlerinnen stellen sich auf diese Weise ihren Dämonen. Wie selbstbewusst tosha hier nichtsdestotrotz lyrisch und musikalisch eine delikate Balance findet, ist auch bei der jüngsten Single „Mon Ami“ (2026) durchweg beeindruckend. Wer erleben möchte, wie sie diesen Sound auf die Bühne bringt, hat im September ein Date in Hamburg.

