
VERNIER
Die Wirkung von Dopamin besteht nicht darin uns zu belohnen, wenn etwas Schönes geschieht. Viel mehr ist die Vorfreude, die Antizipation und Hoffnung auf die Zukunft etwas, das diesem Hormon Vorschub leistet. Im Sound von Vernier kommt der Wirkmechanismus unbändiger Hoffnung ganz ähnlich zum Tragen, selbst wenn das anrührende Falsett des Singer-Songwriters in einem Stück wie „Like That“ (2025) nach herzzerreißender Resignation klingt. Es wirkt trotzdem. Durch Instrumentierung und Harmonien, durch das Aufwallen der Melodien schwingt hier stets eine Zuversicht und innere Stärke mit, die schon nach wenigen Tönen pure Gänsehaut bereitet. Woher das Taktgefühl, diese Sicherheit in Arrangements und Produktion herkommt? Verniere ist schon seit Jahren als Schlagzeuger für große Namen wie Levin Liam, Philine Sonny oder Fil Bo Riva aktiv, hat Bühnenerfahrung und mit befreundeten Produzenten sowie der Songwriterin Sarah Muldoon die Stücke seiner kürzlich erschienenen Debüt-EP „Right Place Wrong Time“ (2026) liebevoll kooperativ entworfen. Das erste ausformulierte Lebenszeichen eines Indie-Künstlers, von dem wir in Zukunft sicher noch viel mehr hören werden.

